Mittwoch, 23. August 2017

Lebensmittel und Arzneien vertragen sich häufig nicht

KKH: Mögliche Wechselwirkungen bergen hohes Gesundheitsrisiko


Das in Milch, Käse oder Joghurt enthaltene Kalzium kann zum Beispiel
die Wirkung von Antibiotika herabsetzen

Werden blutdruck- und blutfettsenkende Medikamente mit einem Glas Grapefruitsaft eingenommen, kann sich deren Wirkung um ein Vielfaches erhöhen. Der Grund: „Die eigentlich gesunde Frucht kann den Abbau der Arzneistoffe hemmen, was zu Schwindel und Kreislaufbeschwerden führen kann“, erklärt Apotheker Sven Seißelberg von der KKH Kaufmännische Krankenkasse. 

Dies ist nur eines von etlichen Beispielen, die zeigen: Lebensmittel und Medikamente vertragen sich oftmals nicht. „Nahrungsmittel enthalten Inhaltsstoffe, die auf unseren Körper wirken“, so Seißelberg. „Werden sie zusammen mit bestimmten Arzneimitteln eingenommen, kann die Wirkung von Arzneien gehemmt oder gesteigert werden.“ Das zeigt die Auswahl nachfolgender Beispiele:

Milch und Milchprodukte: Das in Milch, Käse oder Joghurt enthaltene Kalzium kann die Wirkung von Antibiotika herabsetzen, da es dessen Aufnahme vom Körper erschwert. Das gilt jedoch nicht für alle Antibiotika. Ausgenommen ist unter anderem Penicillin.

Brokkoli, Rosenkohl & Co.: Sie sind gesund und lecker, doch liefern insbesondere grüne Gemüsesorten Vitamin K, das die Wirkung blutverdünnender Mittel wie Marcumar mindern kann. Diese dann nicht zu häufig auf den Speisezettel setzen.

Vollkornbrot und Müsli: So gesund ballaststoffreiche Lebensmittel sind – sie hemmen die Aufnahme von Wirkstoffen beispielsweise von Schmerzmitteln. Diese daher am besten erst zwei Stunden nach dem Verzehr von Vollkornbrot und Müsli einnehmen.

Sauerkraut, Harzerkäse & Co.: Nahrungsmittel, die länger haltbar gemacht, getrocknet, geräuchert, gepökelt oder über längere Zeit gelagert werden, können bei Einnahme bestimmter Antidepressiva zu erhöhtem Blutdruck führen.

Tee: Tee enthält Gerbstoffe, die Eisen im Körper binden und daher dessen Aufnahme im Körper erschweren. Daher vor und nach der Einnahme von Eisentabletten keinen Grün- oder Schwarztee trinken.

Lakritz: Wer gern Lakritz isst, sollte wissen, dass sie harntreibend wirkt. Bei gleichzeitiger Einnahme entwässernder Arzneimittel kann es zu starkem Ausscheiden von Kalium kommen, das wichtig für den Wasserhaushalt sowie die Funktion der Nerven und Muskeln ist.

Alkohol – zwar kein Lebensmittel, aber hier unbedingt zu erwähnen – kann erhebliche Wechselwirkungen mit zahlreichen Arzneimitteln hervorrufen, zum Beispiel mit Paracetamol. Werden Bier oder Wein regelmäßig mit dem Mittel gegen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen eingenommen, kann das zu ernsten Leberschäden führen. Weiter kann Alkohol die Wirkung von Antidepressiva, Beruhigungsmitteln und anderen Arzneien schwächen oder stärken.

„Am besten nehmen Sie Medikamente mit einem Glas Leitungswasser ein – je nach Packungsbeilage vor, zu oder nach den Mahlzeiten“, rät Sven Seißelberg. „Und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, ob bei Einnahme des jeweils verschriebenen Medikaments bestimmte Lebensmittel teils oder komplett zu meiden sind. So sind Sie auf der sicheren Seite.“

Samstag, 19. August 2017

Menschen mit Diabetes sollten an heißen Tagen besonders auf ihren Blutzucker achten

Bei Hitze besonders auf den Blutzucker achten




Typ-1-Diabetiker brauchen im Sommer häufig weniger Insulin, wie das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" schreibt. Denn Hitze fördert die Durchblutung, gespritztes Insulin wirkt schneller. 

Viele essen zudem bei Höchsttemperaturen weniger. Dann steigt die Unterzuckergefahr - auch bei Typ-2-Diabetikern, die Sulfonylharnstoffe einnehmen. 

Schwitzen kann auch ein Zeichen von Unterzuckerung sein


Schwitzen ist übrigens nicht immer auf hohe Temperaturen zurückzuführen, sondern kann bei Menschen mit Diabetes auch ein Zeichen einer Unterzuckerung sein. Im Zweifel lieber einmal mehr den Blutzucker messen. Zudem gilt es, bei Hitze besonders viel zu trinken: Diabetiker mit hohem Blutzucker trocknen schneller aus, weil ihre Nieren versuchen, überschüssigen Zucker mit dem Harn aus dem Körper zu spülen - dabei geht viel Flüssigkeit verloren. 

Weitere Tipps, wie sie heiße Tage gut überstehen, finden Menschen mit Diabetes im aktuellen "Diabetes Ratgeber". Dort können sie außerdem bei einem Quiz testen, wie gut sie über Diabetes Bescheid wissen. 

Quelle: Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber

Ausgabe 8/2017 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Mittwoch, 16. August 2017

Was tun an heißen Sommertagen?

10 wichtige Tipps, um alte und pflegebedürftige Menschen vor Hitzegefahren zu schützen




Heiße Sommertage sind für pflegebedürftige Menschen häufig anstrengend. Hitze belastet den Kreislauf und stört die natürliche Temperaturregulierung. An heißen Tagen ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken. Denn Flüssigkeitsmangel führt häufig zur sogenannten Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag. Dieses Risiko haben vor allem alleinlebende Pflegebedürftige, da Unterstützung – wie regelmäßiges Anreichen von Getränken – fehlt. In solchen Fällen ist es dann besonders wichtig, dass sich Nachbarn oder Angehörige kümmern.

Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zehn wichtige Tipps zusammengestellt, um alte und pflegebedürftige Menschen vor Hitzegefahren zu schützen:

  • In der Regel sollte ein älterer Mensch täglich etwa 1,5 bis 2 Liter trinken. Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. bei Herz- und Nierenerkrankungen) können andere, ärztlich verordnete Trinkmengen erforderlich sein. Sprechen Sie dazu mit dem Arzt. Führen Sie ein Trinkprotokoll, damit die aufgenommene Flüssigkeitsmenge kontrolliert werden kann.
  • Durch starkes Schwitzen steigt der Flüssigkeitsbedarf des Körpers. Oft haben alte Menschen kaum Durst. Deshalb ist es wichtig, immer wieder an das regelmäßige Trinken zu erinnern. Stündlich sollten ein bis zwei Gläser Flüssigkeit zur Verfügung stehen bzw. angeboten werden – je nachdem, welche Flüssigkeitsmenge der Arzt pro Tag verordnet hat.
  • Einige Medikamente beeinflussen den Wasserhaushalt oder die Anpassungsfähigkeit des Körpers bei Hitze und erhöhen das Risiko einer Hitzeerschöpfung und eines Hitzschlags. Zu den Medikamenten, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, gehören unter anderem Entwässerungstabletten, Beruhigungstabletten und bestimmte Herzmedikamente. Fragen Sie den Hausarzt, ob die Medikamentendosis oder der Verabreichungszeitpunkt angepasst werden sollten.
  • Die Ernährung sollte an die hohen Temperaturen angepasst werden. Beispielsweise bieten sich Wassermelonen, Apfelmus, Joghurt, Buttermilch und andere flüssigkeitsreiche, erfrischende und wenig gesüßte Speisen an. Als Hauptspeise sind leichte Gerichte wie Gemüse oder Fisch sinnvoll.
  • Räume sollten ausreichend belüftet oder gekühlt werden. Vermeiden Sie aber Zugluft. Es kann hilfreich sein, die Räume tagsüber mit Rolläden oder Vorhängen abzudunkeln.
  • Gegen Schwitzen können Sie luftdurchlässige Kleidung, leichte Bettwäsche, ein Laken als Zudecke und so wenige Kissen wie möglich verwenden. Das Kopfkissen sollte mit einem schweißsaugenden Frotteehandtuch bedeckt und häufig gewechselt werden.
  • Kalte Fußbäder oder kühle Kompressen auf der Stirn können gegen Überhitzung helfen. Auch Abreibungen mit einem lauwarmen oder leicht kühlen Waschlappen bieten sich an.
  • Bei großer Hitze sollte die Körpertemperatur des pflegebedürftigen Menschen mehrmals täglich kontrolliert werden. Bei Fieber muss die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden: z. B. täglich mindestens 500 ml, wenn die Körpertemperatur von 37 auf 38 Grad steigt.
  • Sind Lippen und Mundschleimhaut trocken und kann der Pflegebedürftige kaum trinken, sollten sie regelmäßig mit einem feuchten Waschlappen befeuchtet werden. Angehörige sollten sich dann aber auch die korrekte Mundpflege von einer ausgebildeten Pflegekraft zeigen lassen.
  • Symptome wie Kreislaufschwäche, Benommenheit, Erbrechen, Unruhe oder Verwirrtheit können auf eine Überhitzung und erheblichen Flüssigkeitsmangel hinweisen. Verständigen Sie dann umgehend den Haus- oder ein Notarzt! Verständigen Sie den Arzt auch dann, wenn die Person kaum oder keine Flüssigkeit zu sich nimmt. Es kann sein, dass der Arzt eine Infusion zur Flüssigkeitsregulierung anlegt.