Sonntag, 16. August 2026

Young Carer: Wenn Kinder Angehörige pflegen

Wird die Belastung zu groß, können Schulleistungen und Gesundheit leiden


Foto: DJD/compass private pflegeberatung


(DJD). Morgens früh aufstehen, Frühstück machen, Papa die Medikamente geben und die kleine Schwester in die Kita bringen. Nach der Schule aufräumen, Wäsche waschen und dann als Begleitung mit zum Arzttermin: So oder ähnlich kann der Alltag von Kindern und Jugendlichen aussehen, die ein Familienmitglied pflegen. Und es sind viele. Laut einer Studie der Universität Witten-Herdecke im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums trugen 2018 fast 480.000 junge Menschen Pflegeverantwortung – statistisch sitzen damit in jeder Schulklasse zwei der sogenannten Young Carer.


Überlastung gefährdet Bildung und Gesundheit

Für die Kinder und Jugendlichen kann die Pflege zu einer hohen Belastung werden, aber auch positive Aspekte haben. So entwickeln sie oft eine ausgeprägte Sozialkompetenz und erleben familiäre Bindungen als besonders eng und tragfähig. Bleibt aber dauerhaft zu wenig Zeit für Schule, Lernen, Freundschaften, Hobbys und das „eigene Leben“, können Gesundheit, Bildungschancen und Sozialleben der Young Carer stark beeinträchtigt werden. „Die Auswirkungen sind sehr individuell und hängen immer auch vom Ausmaß der Pflegetätigkeiten ab“, weiß Diana Wasser von der Pflegeberatung compass. „Während es zum Beispiel völlig in Ordnung sein kann, einmal pro Woche kleine Erledigungen für Oma zu machen, wird die Belastung für das Kind einer alleinerziehenden pflegebedürftigen Mutter möglicherweise schnell viel zu hoch.“ Oft bleibt das jedoch lange unbemerkt, denn die Betroffenen ziehen sich eher zurück, als proaktiv Hilfe zu suchen. Ein sensibles Umfeld ist deshalb ausschlaggebend. 

Ein offenes Ohr bei der Pflegeberatung

Für das Identifizieren und Unterstützen junger Pflegender spielt die Pflegeberatung oft eine wichtige Rolle: „Wir nehmen generell immer alle Familienangehörigen mit in den Blick, auch Kinder und Jugendliche“, erklärt Diana Wasser. Wird eine Überlastung sichtbar, empfehlen die Beraterinnen und Berater passende Entlastungsangebote in der Region sowie Stellen, an denen betroffene Jugendliche sich untereinander austauschen können. Auf eine Pflegeberatung haben Pflegebedürftige und ihre An- oder Zugehörigen gesetzlichen Anspruch. compass etwa ist für privat Versicherte zuständig und bietet zusätzlich kostenfreie telefonische Beratung für alle unter der Service-Nummer 0800 - 101 88 00 an, darüber hinaus stehen unter www.pflegeberatung.de mehr Informationen und ein Chat-Bot bereit. „Insgesamt ist es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf junge Menschen mit Pflegeverantwortung zu richten und eine vertrauensvolle Kommunikation aufzubauen“, betont die Pflegeberaterin. „Denn sie brauchen Beistand und ein offenes Ohr, um sich gesund zu entwickeln.“

Dienstag, 11. August 2026

Demenz? Gut zu wissen!

Neue kostenlose Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt Orientierung für Betroffene und Angehörige



Was bedeutet eine Demenz-Diagnose? Woran lässt sich eine beginnende Demenz erkennen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es – und wie kann das Leben mit Demenz gut gestaltet werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die neue Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) „Demenz? Gut zu wissen! Verstehen, helfen, gemeinsam handeln“. Der kompakte Ratgeber bündelt grundlegendes Wissen über Demenzerkrankungen und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen Unterstützung finden und den Alltag gestalten können. An vielen Stellen kommen dabei Menschen mit Demenz selbst zu Wort.

Demenz verstehen, Unsicherheit abbauen

Eine Demenz wirft bei Betroffenen und Angehörigen häufig viele Fragen auf. Die neue Broschüre erklärt verständlich, was unter einer Demenz zu verstehen ist, welche Ursachen es gibt und welche Symptome und Verläufe bei unterschiedlichen Demenzerkrankungen auftreten können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wann Gedächtnisprobleme Anlass für eine ärztliche Abklärung geben. Die Broschüre beschreibt unter anderem elf mögliche Warnsignale einer beginnenden Demenz – darunter Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme, Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben und Veränderungen von Verhalten oder Stimmung.

Was tun nach einer Demenz-Diagnose?

Eine Demenz-Diagnose verändert vieles – aber sie bedeutet nicht, dass ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben nicht mehr möglich ist. Die Broschüre gibt Anregungen, wie Menschen mit Demenz ihren Alltag gestalten, mobil bleiben, ihre Freizeit aktiv nutzen und mit der Diagnose umgehen können. Eine eigene Checkliste fasst wichtige Schritte zusammen, die nach einer Demenz-Diagnose hilfreich sein können.

Auch Angehörige brauchen Unterstützung

Eine Demenz betrifft nie nur die erkrankte Person. Auch Partnerinnen und Partner, Kinder, Freunde und andere Angehörige stehen vor neuen Herausforderungen. Die Broschüre beschreibt, wie Kommunikation und Umgang mit Menschen mit Demenz gelingen können und welche Möglichkeiten der Entlastung bestehen.

Vorgestellt werden unter anderem Beratungsstellen, Angehörigengruppen, Schulungen, Betreuungsangebote, Besuchsdienste, ambulante Pflegedienste, Tages- und Kurzzeitpflege sowie weitere Unterstützungsangebote. Auch wichtige rechtliche und finanzielle Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Pflegeversicherung und Schwerbehindertenausweis werden verständlich erklärt.

„Eine Demenz-Diagnose wirft viele Fragen auf. Gute Informationen können dabei helfen, Ängste abzubauen und die nächsten Schritte zu planen. Unsere neue Broschüre soll Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dabei unterstützen, sich zu orientieren und die passende Hilfe zu finden“, sagt Swen Staack, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Früh informieren, Unterstützung nutzen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft empfiehlt Menschen, die mit einer Demenz-Diagnose konfrontiert sind, sich möglichst frühzeitig beraten zu lassen. Neben medizinischen Ansprechpartnern können insbesondere regionale Alzheimer-Gesellschaften und andere Beratungsangebote eine wichtige Unterstützung sein. Auch das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bietet Informationen und Orientierung.

Die neue Broschüre möchte dabei ein erster Wegweiser sein: Sie vermittelt Grundlagenwissen, gibt konkrete Handlungsempfehlungen und verweist auf weiterführende Hilfen.

Broschüre kostenlos verfügbar

„Demenz? Gut zu wissen! Verstehen, helfen, gemeinsam handeln“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, 1. Auflage 2026, ist in gedruckter Form und als barrierefreies PDF kostenlos erhältlich.

Download der Broschüre:
„Demenz? Gut zu wissen!“ – PDF der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Bestellung der gedruckten Ausgabe:
DAlzG-Shop – „Demenz? Gut zu wissen!“

Dienstag, 30. Juni 2026

Senioren und Hitze

Warum ältere Menschen besonders geschützt werden sollten





Der Sommer bringt viele Menschen Freude – Sonne, Wärme und die Möglichkeit, viel Zeit im Freien zu verbringen. Doch für Senioren kann die Hitze auch eine ernsthafte Belastung darstellen. Ältere Menschen sind besonders anfällig für gesundheitliche Probleme durch hohe Temperaturen. In diesem Blogbeitrag möchten wir darauf eingehen, warum Senioren hitzeempfindlicher sind und welche Maßnahmen sie ergreifen können, um sicher durch die heißen Tage zu kommen.

Warum sind Senioren hitzeempfindlicher?

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper in vielerlei Hinsicht. Die Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren, nimmt ab. Das bedeutet, dass ältere Menschen oft weniger schwitzen und damit schlechter Wärme abgeben können. Außerdem leiden viele Senioren an chronischen Erkrankungen wie Herz- oder Kreislauferkrankungen, die durch Hitze verschlimmert werden können.

Zusätzlich kann die Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Diuretika oder blutdrucksenkende Mittel, das Risiko für Dehydrierung erhöhen. Oft trinken ältere Menschen auch weniger, weil das Durstgefühl nachlässt oder weil sie aus Angst vor nächtlichem Harndrang den Wasserkonsum einschränken.

Die Folgen von Hitze bei Senioren

Zu den häufigsten hitzebedingten Gesundheitsproblemen gehören Hitzeschlag, Hitzeerschöpfung und Kreislaufprobleme. Diese Zustände können lebensgefährlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder ein sehr hoher Puls sollten daher ernst genommen werden.

Tipps für Senioren im Umgang mit Hitze

1. Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag sind wichtig. Auf alkoholische
   oder  koffeinhaltige Getränke sollte möglichst verzichtet werden, da sie entwässernd wirken können.
2. Hitze meiden: Spaziergänge und Aktivitäten sollten in die kühleren Morgen- oder
   Abendstunden verlegt werden.
    Mittags heißt es: Ruhe bewahren und Schatten suchen.
3. Leichte Kleidung tragen: Atmungsaktive, helle Kleidung hilft dabei, die Körpertemperatur zu 
    regulieren.
4. Wohnräume kühl halten: Rollläden oder Vorhänge tagsüber geschlossen halten und für gute
    Belüftung sorgen. Ventilatoren können helfen, die Luft in Bewegung zu bringen.
5. Auf Symptome achten: Bei Anzeichen von Überhitzung sofort handeln und gegebenenfalls ärztliche
    Hilfe suchen.
6. Soziale Kontakte pflegen: Gerade bei Hitze sollte niemand allein gelassen werden. Familie, Freunde
    und Nachbarn können gemeinsam auf das Wohlbefinden der Senioren achten.

Fazit

Hitze ist für Senioren nicht nur unangenehm, sondern kann auch ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen. Mit ein paar einfachen Vorkehrungen lässt sich das Risiko jedoch deutlich verringern. Wichtig ist es, die eigene Situation realistisch einzuschätzen, auf den Körper zu hören und bei Bedarf Unterstützung anzunehmen. So steht einem sicheren und entspannten Sommer auch für ältere Menschen nichts im Wege.