Donnerstag, 13. Oktober 2016

AOK startet Palliativwegweiser zu Angeboten für Menschen in der letzten Lebensphase

Informationen über Beratungs- und Hilfsangebote der Hospiz- und Palliativversorgung


Hier geht es zum AOK-Palliativwegweiser

Zum Deutschen Hospiztag am 14. Oktober startet die AOK auf ihrer Internetseite einen bundesweiten Palliativwegweiser, mit dem sich schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige über Versorgungs- und Beratungsangebote in ihrer Nähe informieren können. Auf der Seite www.aok.de/palliativwegweiser haben die Nutzer die Möglichkeit, nach Eingabe von Postleitzahl oder Ort gezielt nach besonders qualifizierten Einrichtungen oder Hilfsangeboten zur Hospiz- und Palliativversorgung in ihrer Region zu suchen.

Der AOK-Palliativwegweiser umfasst mehr als 8.000 Einträge. Neben 238 stationären Hospizen und mehr als 600 Palliativstationen in Kliniken sind etwa 1.000 Hospizdienste, knapp 400 Pflegedienste mit Schwerpunkt Palliativversorgung und 300 Teams der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) verzeichnet. Darüber hinaus sind in der Datenbank auch mehr als 4.500 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin enthalten. Ergänzt wird das Angebot durch Angaben zu Selbsthilfegruppen, Telefonseelsorge und zu fast 700 Pflegeberatern der AOK, die eine besondere Qualifikation zum Thema Palliativversorgung haben.

Auch weiterführende Informationen zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung


Die Nutzer können ihre Suchergebnisse nach bestimmten Kriterien filtern. So ist zum Beispiel eine gezielte Suche nach ambulanten Angeboten zur Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen möglich. Darüber hinaus bietet der Palliativwegweiser auch weiterführende Informationen zu den verschiedenen Angeboten der Hospiz- und Palliativversorgung sowie zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

"Mit dem Palliativwegweiser informiert die AOK ihre Versicherten als erste Krankenkasse auch online über Beratungs- und Hilfsangebote der Hospiz- und Palliativversorgung", sagt Nadine-Michèle Szepan, Leiterin der Abteilung Pflege im AOK-Bundesverband. "Wir ergänzen damit unser flächendeckendes Beratungsangebot." Nach dem Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung haben Versicherte, die Hospiz- oder Palliativversorgung benötigen, seit Dezember 2015 einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch ihre Krankenkasse. Außerdem sollen die Kassen über die regional verfügbaren Beratungs- und Versorgungsangebote informieren.

Die Palliativversorgung hat das Ziel, schwerstkranke und sterbende Menschen in der letzten Phase ihres Lebens umfassend und individuell zu betreuen - sowohl medizinisch als auch pflegerisch. Im Mittelpunkt der Versorgung steht die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Beschwerden.

Unter der Adresse www.aok.de/palliativwegweiser ist das neue Angebot für alle Interessierten frei zugänglich.

Montag, 10. Oktober 2016

Viele Ältere leiden unter Muskelkrämpfen

Ärztliche Hilfe bei häufigen Krämpfen




Plötzlich sind sie da, mitten in der Nacht – schmerzhafte Muskelkrämpfe, die Betroffene aus dem Schlaf holen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Von den über 60-Jährigen ist es etwa ein Drittel, was bundesweit rund 7,5 Millionen Betroffenen entspricht. Bei den über 80-Jährigen ist mit etwa 2,4 Millionen rund die Hälfte betroffen.

Die Krämpfe bieten wenig Grund zur Sorge, solange sie nur gelegentlich auftreten. Dann kann man sich gut selbst Linderung verschaffen. So hilft es, die Muskeln des betroffenen Unterschenkels zu dehnen. "Um die Muskeln zu dehnen, einfach die Zehen Richtung Kopf ziehen und dabei die Ferse in den Boden drücken", empfiehlt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer GEK.

Viele Ursachen möglich


Auch eine leichte Massage könne die Schmerzen lindern. Um durch Schwitzen verloren gegangene Salze wieder aufzufüllen, genüge ein Glas Wasser oder Saft mit einer Prise Kochsalz. Hilfreich sind auch Stretchingübungen oder ein Fußbad vor dem Zubettgehen. "Muskelkrämpfe im Unterschenkel können viele Ursachen haben. Ein gestörter Elektrolyt- und Wasserhaushalt gehört ebenso dazu wie verschiedene Krankheiten. Auch Medikamente und Vergiftungen können zu den Krämpfen führen", erläutert Marschall.

Ärztliche Hilfe bei häufigen Krämpfen


Generell sollte man ärztliche Hilfe holen, wenn Krämpfe häufig, mehrfach in der Nacht oder auch am Tag auftreten und stark schmerzen. Der Arzt kann dann entscheiden, ob zum Beispiel eine Behandlung mit Arzneimitteln in Frage kommt und wie die Therapie überwacht werden muss. So sei in der Medizin von dem Wirkstoff Chinin bekannt, dass er als vorbeugende Hilfe gegen die nächtlichen Muskelkrämpfe gefährliche Nebenwirkungen wie etwa Herzrhythmusstörungen haben könne. "Es ist gut und richtig, dass seit über einem Jahr Chinin für die Prophylaxe nächtlicher Muskelkrämpfe ärztlich verordnet werden muss und somit nicht mehr frei verkäuflich in der Apotheke verfügbar ist", so Marschall. Allein im vergangenen Jahr hatten laut BARMER GEK Arzneimittelreport rund 11.500 Versicherte der Kasse eine solche Verordnung erhalten.

Freitag, 7. Oktober 2016

Tabletten zum richtigen Zeitpunkt einnehmen

Der richtige Einnahmezeitpunkt der Medikamente spielt eine große Rolle für den Therapieerfolg


Foto ©  ABDA -
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.

Vor, während oder nach dem Essen – bei vielen Arzneimitteln ist es nicht egal, wann sie eingenommen werden. „Der richtige Einnahmezeitpunkt der Medikamente spielt eine große Rolle für den Therapieerfolg“, sagt Dr. Volker Schmitt Pressesprecher der Apotheker in Bayern. „Einige Arzneistoffe werden besser vom Körper aufgenommen, wenn Sie sie mit Nahrung einnehmen, bei anderen Wirkstoffen sollte ein zeitlicher Abstand eingehalten werden. Manche Arzneimittel sollten auf keinen Fall nüchtern eingenommen werden, weil sie sonst weniger verträglich sind und die Schleimhäute angreifen.“ Apotheker Dr. Volker Schmitt, empfiehlt, sich immer in der Apotheke über den richtigen Einnahmezeitpunkt in einem persönlichen Gespräch beraten zu lassen.


„Grundsätzlich“ so Dr. Volker Schmitt, „können Patienten sich an folgenden groben Zeitangaben orientieren.“

  • Vor der Mahlzeit
    Sie sollten das Medikament etwa eine halbe Stunde vor der nächsten Mahlzeit einnehmen
  • Zur Mahlzeit
    Sie sollten das Medikament während des Essens, unmittelbar vor der Mahlzeit oder direkt danach einnehmen
  • Nach der Mahlzeit
    Sie sollten zwischen der Einnahme des Medikamentes und der Mahlzeit mindestens einen Abstand von zwei Stunden einhalten
Dr. Volker Schmitt rät, Medikamente immer mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem großen Glas Leitungswasser einzunehmen. Milch, Kaffee, Tee und Obstsäfte eignen sich nicht. Sie neigen zu Wechselwirkungen mit einigen Wirkstoffen oder Arzneiformen. „Nehmen Sie Medikamente außerdem immer in aufrechter Position, also mit erhöhtem Oberkörper, ein. So vermeiden Sie, dass Tabletten oder Kapseln in der Speiseröhre stecken bleiben.“