Samstag, 4. Juli 2015

Älteren und Pflegebedürftigen setzen die hohen Temperaturen stark zu

Schutz vor dem Hitzekollaps


Die Hitze in diesen Tagen setzt allen zu

Mit Temperaturen bis zu 40 Grad wird die aktuelle Hitzewelle in Deutschland am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen. Rettungsdienste und Notaufnahmen erwarten verstärkt Patientinnen und Patienten mit hitzebedingten Beschwerden. "Wer mögliche Risiken richtig einschätzt, kann mit ein paar Verhaltensänderungen Gesundheitsproblemen vorbeugen", sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER GEK.

Grundsätzlich reagiert jede Person unterschiedlich auf Hitze. Wie gut oder schlecht diese vertragen wird, hängt auch entscheidend von dem momentanen körperlichen Befinden ab. "Wenn gesunde Erwachsene während einer Hitzewelle täglich mindestens zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßten Tee oder Saftschorlen trinken und leichte, vitaminreiche Kost zu sich nehmen, werden in der Regel keine gesundheitlichen Beschwerden auftreten", so Marschall. 
Älteren und Pflegebedürftigen sowie Kleinkindern und chronisch Kranken können die für Deutschland extrem hohen Temperaturen dagegen stark zusetzen. Flüssigkeitsmangel, eine Verschlimmerung bestehender Krankheiten, Hitzekrämpfe und erhebliche Kreislaufbeschwerden bis zum Kollaps können die tragischen Konsequenzen sein. Um dem vorzubeugen, rät Marschall:
  • Reichlich alkoholfreie und ungesüßte Getränke zu sich nehmen.
  • Den Tagesablauf der Hitze anpassen. Körperliche Anstrengungen nach Möglichkeit auf die Morgen- und Abendstunden legen.
  • Draußen möglichst im Schatten bleiben.
  • Leichte, nicht einengende Kleidung wählen.
  • Auf einen ausreichenden, dem Hauttyp entsprechenden Sonnenschutz achten.
  • Sonnenhut und Sonnenbrille tragen.
  • Keine Personen in einem geparkten Auto zurücklassen, auch nicht für kurze Zeit.
  • Wohnräume nachts und morgens lüften, tagsüber verdunkeln.
  • Nach dem Duschen nicht vollständig abtrocknen. Bringt zusätzliches Frischegefühl.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Trotz Sehverlust bei Diabetes selbstständig bleiben

Wo Sehbehinderte Rat zur Ausstattung mit angepassten Hilfsmitteln bekommen



Nach vielen Jahren mit Diabetes ist das Risiko für Einschränkungen der Sehkraft hoch. Aber der Diabetiker muss täglich oft mehrfach seinen Blutzucker messen und nach dem Ergebnis seine Insulindosis bestimmen. Das geht bei schlechter Sehkraft mit den üblichen Geräten kaum. 

Deshalb gibt es mittlerweile angepasste Messgeräte, Stechhilfen und Spritzen, die Sehbehinderten die eigenverantwortliche Behandlung ermöglichen, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Es rät den Betroffenen, sich fachkundige Hilfe zu suchen. 

Viele Landesvereine des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. haben einen Diabetesbeauftragten, der individuell beraten kann. Dessen Telefonnummer erfährt man über Tel. 0 18 05 / 66 64 56.

Dieser Beitrag ist erschienen im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ 7/2015. Dieses liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Dienstag, 30. Juni 2015

Nebenwirkungen im Beipackzettel

Nicht verunsichern lassen


Foto: ABDA

Die Auflistungen der Nebenwirkungen im Beipackzettel verunsichern viele Patienten, vor allem wegen der Angaben zu ihrer Häufigkeit. „Wenn eine Nebenwirkung laut Packungsbeilage ‚häufig‘ auftritt, entspricht das nicht dem, was man landläufig darunter versteht“, sagt Gabriele Overwiening aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer. Wenn eine Nebenwirkung laut Beipackzettel ‚häufig‘ auftritt, leidet darunter weniger als einer von zehn Anwendern. ‚Gelegentliche‘ Nebenwirkungen betreffen weniger als einen von 100 Anwendern. Overwiening: „Bevor man aus Angst vor Nebenwirkungen ein Medikament nicht einnimmt, sollte man mit dem Apotheker über Risiken sprechen. Durch sachliche Information und das persönliche Gespräch kann er die Einnahmetreue in vielen Fällen verbessern.“

Aufgelistete Nebenwirkungen treten nicht bei jedem auf


Die im Beipackzettel aufgelisteten Nebenwirkungen treten nicht bei jedem Patienten auf. Die Hersteller sind aber verpflichtet, Patienten über alle bekannten Nebenwirkungen zu informieren und die jeweilige Häufigkeit anzugeben. Dadurch entstehen teilweise lange Listen, die auf Patienten abschreckend wirken können. Overwiening: „Hat jemand den Verdacht, unter einer Nebenwirkung zu leiden, sollte er seinen Apotheker darüber informieren.“ Die Apotheker melden dies der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Bereits im 16. Jahrhundert prägte der Arzt Paracelsus den Grundsatz, dass jedes Medikament mit erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Overwiening: „Das gilt grundsätzlich auch für rezeptfreie Medikamente, auch wenn sie in vielen Fällen sehr gut verträglich sind. Aber auch hier bedarf es der Beratung durch das pharmazeutische Fachpersonal in der Apotheke. Das sorgt für die größtmögliche Arzneimitteltherapiesicherheit.“