Dienstag, 4. April 2017

Krebs besser verkraften

Beratungsstellen und Therapeuten helfen bei der Krankheitsbewältigung


Foto: djd/dkfz.de


Eine Krebserkrankung stellt für viele Betroffene einen drastischen Einschnitt in ihrem Leben dar. Nicht nur der Körper, auch die Seele leidet darunter. Oft löst die Diagnose einen regelrechten Schock aus. "Warum gerade ich?", "Wie sage ich es meiner Familie?", "Welche Behandlungen kommen auf mich zu?" und natürlich auch "Wie sind meine Heilungschancen?" - diese und viele andere Fragen stürmen auf Patienten ein. Auch während und nach der Behandlung kann es immer wieder zu Phasen der Unsicherheit, Niedergeschlagenheit und Angst kommen. Um diese Belastungen besser zu verkraften, können Patienten sich bei verschiedenen Stellen Hilfe holen.

Der Krebsinformationsdienst weist den Weg


Erste Hilfe und Begleitung für Krebskranke und auch für ihre Angehörigen bieten die regionalen psychosozialen Krebsberatungsstellen. Adressen in Wohnortnähe finden Betroffene über eine Suchfunktion auf der Internetseite www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser oder telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800-4203040. Die genannten Beratungsstellen bieten Patienten und Angehörigen kostenlos Unterstützung an. "Im Gespräch mit erfahrenen Fachleuten gibt es dort Zeit und Raum, offen über Ängste und Gefühle zu reden sowie konkrete Fragen zu stellen - auch zur finanziellen und beruflichen Situation", erläutert Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). "Beratungsangebote gibt es außerdem auch in vielen Kliniken, insbesondere in zertifizierten Krebszentren."

Psychoonkologische Unterstützung


Hält die Belastung lange an, kommt es zu Rückfällen oder ist die Lebenssituation auch jenseits der Erkrankung schwierig, reicht der Besuch von Beratungsstellen aber nicht immer aus. "Etwa jeder dritte Krebspatient ist so stark beeinträchtigt, dass man von einer psychischen Begleiterkrankung - etwa einer Depression - sprechen kann", weiß Weg-Remers. Dann kann eine längerfristige Unterstützung durch Berater und Therapeuten, die auf die Belastungen durch Krebserkrankungen spezialisiert sind, sogenannte Psychoonkologen, wertvolle Unterstützung bieten. Adressen von niedergelassenen Psychotherapeuten mit einer entsprechenden Weiterbildung finden Betroffene ebenfalls unter den oben genannten Kontakten. Die Kosten werden bei zugelassenen Therapeuten von den Krankenkassen übernommen.

Selbsthilfe in der Gruppe


Neben professionellen Angeboten kann Krebspatienten auch die Unterstützung von Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, weiterhelfen. Denn in Selbsthilfegruppen gibt es nicht nur Tipps und Erfahrungen, sondern auch Verständnis, Mitgefühl und Freude an gemeinsamen Unternehmungen. Nach Gruppen in Wohnortnähe kann man etwa beim Arzt, in der Klinik oder bei der Krankenkasse fragen. Links zu verschiedenen Patientenorganisationen hat auch der Krebsinformationsdienst unter www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser zusammengestellt.

Sonntag, 2. April 2017

Altersgerecht umbauen: Gute Planung ist die halbe Miete

Mehr Komfort durch Barrierefreiheit


Foto: djd/Bauherren-Schutzbund
Wer bereits beim Neubau an barrierefreien Komfort zum Beispiel bei
den Türbreiten denkt, kann leichter Anpassungen an
veränderte Lebenssituationen vornehmen

Altersgerechte Renovierungen eines Hauses oder einer Wohnung können mit einigem Aufwand verbunden sein und müssen gut geplant werden. Wer vorausschauend denkt, muss aber nicht alles, was die Räume barriereärmer macht, in einem Rutsch durchführen. "Ideal ist es, wenn sowieso fällige Sanierungen des Hauses zum Abbau von Barrieren genutzt werden können", rät Dipl.-Ing. Architektin Renate Schulz vom Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB). Laut der Bauherrenberaterin sind Aufwand und Kosten in diesen Fällen nur geringfügig höher, der Nutzen aber umso größer. Fast bei allen ohnehin anstehenden Sanierungsmaßnahmen lohne es sich zu prüfen, ob man zum Beispiel Barrieren verringern oder Bewegungsflächen vergrößern könne, so Schulz.

Bei anstehenden Modernisierungen auch an Barrierefreiheit denken


Als Beispiel nennt sie den Austausch einer morsch gewordenen Balkon- oder Terrassentür. Dabei kann man mit geringem Aufwand den Ausgang ins Freie schwellenlos gestalten und so einen kleinen Stolperstein entfernen. Beim Austausch von Bodenbelägen lassen sich ebenfalls Schwellen entfernen. Sinnvoll ist es hier, auf rutschfeste und pflegeleichte neue Beläge zu setzen. 

Wenn eine Modernisierung des Badezimmers ansteht, sollte nicht allein an neue Fliesen, schöne Sanitärgegenstände, edle Ganzglasduschen oder den neuesten Rainshower-Duschkopf gedacht werden. Denn gerade die Köperhygiene ist für ein selbstbestimmtes Leben bis ins Alter sehr wichtig. Ein Badumbau ist sowieso mit größerem Zeit- und Bauaufwand verbunden, es lohnt sich also, nicht nur an die Ästhetik, sondern auch an praktischen Komfort zu denken. Bodengleiche Duschen überzeugen Jüngere aus optischen Gründen und Ältere durch ihren schwellenlosen Zugang sowie die freie Bewegungsfläche. Während bodenebene Duschlösungen im Einfamilienhaus in der Regel gut umsetzbar sind, kann es in Eigentumswohnungen zu Schallschutzproblemen mit der darunterliegenden Wohnung kommen. Als Alternative bieten viele Hersteller heute sehr flache Duschtassen an.

Weniger Barrieren bieten mehr Komfort für alle Lebensalter


Vorteile hat, wer bereits beim Neubau an die Zukunft denkt und bei der Planung die Grundlage dafür legt, dass das Haus lange nutzbar und mit überschaubarem Aufwand an verschiedene Lebenssituationen anpassbar ist. Zudem ist Wohnen ohne Barrieren sehr bequem und erleichtert auch Kindern das Leben. Unterstützung bei der Planung oder bei der Durchführung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit geben auch die unabhängigen Bauherrenberater des BSB, auf dessen Website unter www.bsb-ev.de Adressen, Ansprechpartner und weitere Infos zu finden sind.

Tipps für mehr Komfort und Barrierefreiheit in der Küche


Den "Arbeitsplatz Küche" ergonomisch zu gestalten, macht in jedem Alter Sinn und erleichtert es in hohem Alter, sich weiterhin selbst zu versorgen. Die wichtigsten Tipps für die Küchenplanung von Dipl.-Ing. Architektin Renate Schulz, unabhängige Bauherrenberaterin beim Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB): 

- Arbeitshöhe individuell anpassen
- einen Sitz-Arbeitsplatz vorsehen
- Abstellflächen neben Kühlschrank und Herd einplanen
- Hoch- und Hängeschränke vermeiden, die nur mit Steighilfen erreichbar sind
- Unterschränke als Schubladen ausführen, die ohne Bücken erreichbar sind
- Kühlschrank und Backofen in Augenhöhe platzieren

Mehr Infos zum barrierefreien Bauen und Wohnen gibt es unter www.bsb-ev.de.

Freitag, 31. März 2017

Hörgeräte aus Titan werden jetzt maßgeschneidert

Individuell und im Alltag komfortabel


Foto: djd/Phonak

In der Medizin kommt Titan schon lange zum Einsatz, etwa bei Implantaten oder künstlichen Gelenken. Das Material ist leichter und gleichzeitig stabiler als die meisten anderen Metalle oder Kunststoffe. Jetzt profitieren auch Menschen mit Hörminderung von den neuesten Entwicklungen der Forschung. Die jüngste Generation moderner Hörgeräte hat eine Hülle aus Titan. Dadurch werden die Geräte noch kleiner und haltbarer als ihre Vorgänger aus Acryl.

Unsichtbar und leistungsstark


Sogenannte "Im-Ohr-Geräte" sind dabei, den klassischen Modellen, die hinter dem Ohr getragen werden, den Rang abzulaufen. "Der Wunsch, eine möglichst dezente Hörlösung zu finden, ist groß", weiß Marco Faltus, Leitung Audiologie beim Hersteller Phonak. "Zudem spüren Menschen mit Hörminderung die Nachteile durch schlechtes Hören, welche die Betroffenen im Berufs- und Privatleben beeinträchtigen." Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind das allein in Deutschland rund 12,9 Millionen Menschen.

Echte Maßarbeit


Hörgeräte aus Titan werden individuell angepasst. Dafür nimmt der Hörakustiker das genaue Maß des Gehörgangs und lässt das Modell eigens anfertigen. Dadurch, dass Titan sehr leicht ist, hat sich der Tragekomfort verbessert. Darüber hinaus sind die Geräte um bis zu ein Viertel kleiner als Vorgängermodelle. Inzwischen lässt sich eine Vielzahl von Hörminderungen mit einem "Im-Ohr-Gerät" ausgleichen. Die technischen Möglichkeiten werden immer zahlreicher. Mehr dazu finden Interessierte auch unter www.phonak.de oder beim erfahrenen Hörakustiker.

Automatisch besser hören


Neben der besonderen Haltbarkeit - 15-mal widerstandsfähiger als Acryl - haben Modelle aus Titan einen weiteren entscheidenden Vorteil: An Modellen wie dem "Virto B-Titanium" sind keine manuellen Einstellungen mehr nötig, um zum Beispiel im Freien, am Telefon oder in einer Menschenmenge ein natürliches Klangerlebnis zu erreichen. Die Technik im Inneren wird so genau an die Bedürfnisse des Trägers angepasst, dass sie sich automatisch auf die jeweilige Hörsituation einstellt. Alle 0,4 Sekunden wird die Umgebung analysiert, sodass das Gerät in Echtzeit die jeweiligen Anforderungen erkennt. "Im besten Fall vergessen die Träger, dass sie ein Hörgerät im Ohr haben", sagt Audiologie-Experte Marco Faltus. "Dazu leisten die kleinen Modelle einen großen Beitrag. Nicht zuletzt, weil sie durch ihre Schale aus Titan wasser- und staubresistent sind."

Steckbrief: Titan


Titan ist ein chemisches Element und gehört zu den sogenannten Übergangsmetallen. Seine besonderen Eigenschaften - dehnbar, hitzebeständig und vor Korrosion geschützt - machen es zu einem Multitalent, vor allem in der Medizintechnik. Dort hat Titan unter anderem Edelstahl hinter sich gelassen, weil es leichter und besser verträglich ist. Ganz neu ist der Einsatz bei der Konstruktion von Hörgeräten. Papierdünne Schalen aus Titan machen Modelle wie das "Virto B-Titanium" so klein, robust und leistungsstark wie nie. Mehr Informationen dazu findet man unter www.phonak.de.