Freitag, 17. Februar 2017

Neues Gesetz: Hilfsmittelversorgung leicht verbessert

Krankenkassen müssen bei Ausschreibungen künftig nicht nur den Preis, sondern auch die Qualität berücksichtigen


Foto: © ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.


Die Qualität der Hilfsmittelversorgung wird sich für die Patienten in Deutschland ansatzweise verbessern. Zu dieser Einschätzung gelangt der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit Blick auf die Versorgung der 72 Millionen gesetzlich krankenversicherten Menschen anlässlich der gestrigen Verabschiedung des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) im Bundestag. 

Das nicht zustimmungspflichtige Gesetz soll nach seiner Publikation im Bundesanzeiger in Kraft treten.


Das HHVG erhöht den Stellenwert von Qualitätskriterien bei Ausschreibungen und festigt die sozialrechtliche Einordnung von Verbandmitteln, führt aber auch eine neuartige Überwachung der Präqualifizierungsstellen sowie erweiterte Dokumentationspflichten bei der Hilfsmittelberatung ein.

"Die Apotheker begrüßen es, wenn die Krankenkassen nicht nur den Preis, sondern auch die Qualität bei ihren Ausschreibungen für Hilfsmittel berücksichtigen müssen", sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV): "Inwieweit die Versicherten dadurch bessere Produkte ohne Aufzahlungen erhalten werden, müssen wir sehen. Wir werden das in der Praxis eng begleiten und gegebenenfalls weitere Vorschläge machen. 

Bei den Verbandmitteln freuen wir uns für die Patienten, dass bewährte Produkte zur Wundbehandlung weiterhin von den Krankenkassen bezahlt werden, um Risiken von Komplikationen und Krankenhausaufenthalten zu minimieren." Becker weiter: "Die Bürokratie in der Hilfsmittelversorgung nimmt leider zu. Die Überwachung der Präqualifizierungsstellen soll geändert werden, womit ein funktionierendes Verfahren unnötig in Gefahr gebracht wird. Die neue Dokumentationspflicht bei der Beratung bringt nur Mehraufwand, aber keinen Zusatznutzen."

Dienstag, 14. Februar 2017

Berliner Pflegestützpunkte schneiden bei Klientenbefragung sehr gut ab

Neue Broschüre "Was ist wenn...? 24 Fragen zur häuslichen Pflege" erhältlich


In Berlin sind aktuell 116.000 Menschen pflegebedürftig. 35 Pflegestützpunkte in der ganzen Stadt – getragen vom Land und den Pflegekassen – unterstützen und beraten die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen. Sie erreichen sehr viele Menschen. Knapp 43.000 Ratsuchende lassen sich dort jedes Jahr unabhängig und anbieterneutral informieren. 

Erstmals wurden im vergangenen Jahr die Ratsuchenden nach ihrer Zufriedenheit mit der Beratung befragt. Berlins Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat stellte heute die Ergebnisse vor.

„Die Pflegestützpunkte leisten sehr gute Arbeit,“ so Senatorin Kolat. So sind 97,8% der Befragten mit der Kompetenz der Beraterinnen und Berater sehr zufrieden bis zufrieden (90,7% bzw. 7,1%). Mit der Passgenauigkeit der vermittelten Angebote und Informationen waren 95,8% sehr zufrieden bis zufrieden (82,6% bzw. 13,2%). 92,6% lobten die Unabhängigkeit der Beratung (82,2% sehr zufrieden, 10,4% zufrieden). Die Befragung fand im vergangenen Jahr statt. Rund 1000 Ratsuchende in den Pflegestützpunkten nahmen an ihr teil.

„Das neue Pflegestärkungsgesetz bringt viel Beratungsbedarf mit sich“, so Kolat. „Aber alleine in Berlin profitieren die Pflegebedürftigen von mehr als 200 Millionen Euro für zusätzliche Leistungen. Die Pflegestützpunkte leisten einen enorm wichtigen Beitrag bei der Orientierung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Denn sie beraten wohnortnah und anbieterneutral.“

Kolat kündigte an, das Thema Pflege stärker als bisher geschehen in den Mittelpunkt zu stellen. „Pflege geht uns alle an. Wir werden das Thema nicht nur im Titel unserer Verwaltung führen, sondern auch auf die politische Agenda setzen. So will ich mich für bessere Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Beschäftigten einsetzen. Hier müssen wir dringend aktiv werden, um den Fachkräftemangel abzuwenden. Mit den Berliner Arbeitgebern werde ich über eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sprechen. Und schließlich wollen wir auch das großartige Angebot der Pflegestützpunkte bekannter machen, damit noch mehr Pflegebedürftige von der Beratung profitieren können.“

Über alle wichtigen Fragen zur häuslichen Pflege informiert eine neue Broschüre der Senatsverwaltung: „Was ist, wenn…? 24 Fragen zur häuslichen Pflege“.

Die gedruckte Broschüre kann hier bestellt werden: Hotline.Patientenbeauftragte@SenGPG.Berlin.de


Kostenfrei Auskunft erteilt die Telefon-Hotline der Pflegestützpunkte unter: 0800 595 0059

Montag, 13. Februar 2017

Ortungsgeräte helfen Pflegenden, einen an Demenz erkrankten Angehörigen zu finden

Technische Hilfe im Alltag



Immer mehr Pflegende von Menschen mit Demenz setzen Ortungssysteme ein, um die Angehörigen schnell zu finden, wenn diese sich verlaufen. 

"Pro Jahr kommen rund 10.000 Geräte neu dazu", sagt Demenz-Expertin Herlind Megges von der Berliner Charité im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". 

Ihre Studien zu GPS-Ortungshilfen zeigen, dass Hightech besorgte Angehörige enorm beruhigt. Kommt der an Demenz erkrankte Vater oder Partner nicht heim, lässt sich seine Position per Handy oder am PC rasch ermitteln. 

Die Produktpalette sei "unübersichtlich groß", erklärt Alternsforscherin Dr. Birgit Kramer aus Ludwigsburg. Ihr Tipp: Einen Hersteller suchen, der den Sender verleiht. Erst im Alltag lässt sich ausprobieren, wie gut die Ortung klappt. Reicht die Akkulaufzeit? Wie bedienerfreundlich ist das System? 

Wichtig ist vor allem, ob der Spaziergänger das technische Anhängsel akzeptiert. Erfahrungen zeigen: Sehen Sender wie eine Armbanduhr aus, stören sie oft weniger. 

Dr. Beate Radzey von Demenz Support Stuttgart rät Angehörigen, mit den Betreffenden frühzeitig über das Thema zu sprechen. "GPS-Ortung ist eine Form der Überwachung." Doch viele an Demenz erkrankte Menschen hätten einen großen Bewegungsdrang. "Für sie ist es vermutlich belastender, wenn besorgte Angehörige sie am Spazierengehen hindern", so Radzey. 

Für Fragen rund ums Thema steht Expertin Dr. Beate Radzey am 14. Februar 2017 von 14 bis 17 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 182 25 30 zur Verfügung.

Quelle: Das Apothekenmagazin "Senioren-Ratgeber"