Wenn das Vergessen beginnt
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Pflegeberatung kann helfen, mit einer Demenzdiagnose besser umzugehen. Foto: DJD/compass private pflegeberatung |
(DJD). Die ersten Anzeichen sind oft nicht ganz eindeutig. Sind ein verpasster Termin oder ein verlegter Schlüssel Ausdruck normaler Vergesslichkeit oder ein Zeichen eines gestörten Kurzzeitgedächtnisses? War man nur einen Moment lang unaufmerksam oder fällt es einem generell schwer, Gesprächen zu folgen? Wurde nur der Wochentag verwechselt oder funktioniert die Orientierung in Zeit und Raum nicht mehr richtig? „Nicht jede Zerstreutheit ist ein Anzeichen von Demenz, aber wenn sich kognitive Probleme häufen und den Alltag beeinträchtigen, sollte man sich ärztlich untersuchen lassen“, empfiehlt Lukas Wildenauer von der Pflegeberatung compass. „Wird eine beginnende Demenz festgestellt, ist auch eine fachkundige Beratung sinnvoll.“
Nach der Diagnose folgt die Planung
Oft sperren sich Betroffene jedoch gegen eine Untersuchung – zum Beispiel aus Scham oder Angst. „Dann sollten Angehörige das Thema immer wieder behutsam ansprechen. Es kann auch hilfreich sein, die Demenz nicht in den Vordergrund zu stellen, sondern beispielsweise einen allgemeinen Gesundheitscheck oder eine Prüfung der Fahrtüchtigkeit vorzuschlagen“, so der Pflegeberater Wildenauer. Steht die Diagnose Demenz fest, gilt es, die zukünftige Versorgung zu planen. Dazu gehören unter anderem eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung, Alltagshilfen und pflegerische Unterstützung. Hierbei können ausgebildete Pflegeberaterinnen und -berater helfen. Sie sind etwa unter der kostenfreien Servicenummer 0800-101-8800 für jeden erreichbar. Bei privat Versicherten bietet compass Pflegeberatung telefonisch, per Videogespräch und als Hausbesuch an. Gesetzlich Versicherten stehen die Pflegestützpunkte zur Verfügung.
Praktische Tipps erleichtern den Alltag
Im Verlauf einer Demenzerkrankung nimmt der Pflegebedarf in der Regel immer weiter zu. Gerade zu Beginn kommen Erkrankte oft noch gut zurecht. „Hier helfen oft praktische Dinge wie ein großer Kalender mit allen Terminen, ein regelmäßiger Tagesablauf, eine Abschaltautomatik am Herd, Namensschilder oder Zettel mit Notruftelefonnummern in der Kleidung, nicht zu vergessen das Wegschließen gefährlicher Medikamente und Reinigungsmittel“, erklärt Wildenauer. Viele weitere Tipps gibt es unter www.pflegeberatung.de. „Wichtig ist, rechtzeitig einen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen und eine gute Versorgungsplanung zu machen. So ist man auf Verschlechterungen vorbereitet und wird nicht überrollt, wenn sich die Situation ändert.“
