Mittwoch, 25. März 2020

Coronavirus hemmt häusliche Pflege

Bentele: „Unterstützt berufstätige pflegende Angehörige“


www.gelko-pflegevermittlung.de

Die Corona-Krise setzt pflegende Angehörige unter Druck. Wenn die osteuropäische Haushaltshilfe nicht mehr kommt, stehen viele Familien hilflos vor der Frage, wie sie ihre Väter, Mütter oder Großeltern weiter angemessen versorgen sollen. Der Hintergrund: Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen viele Betreuungskräfte Deutschland, neue kommen kaum nach. Eine ähnliche Problematik wird sich in den Haushalten entwickeln, wenn die professionelle ambulante Pflege wegbricht. VdK-Präsidentin Verena Bentele dazu: 

Wo sollen all die pflegebedürftigen Menschen bleiben, die derzeit zuhause leben, wenn ihre Betreuungshilfe wegbleibt? Die Alten- und Pflegeheime sind voll. Sollen die berufstätigen Angehörigen einspringen, brauchen sie massive Unterstützung. Lassen wir sie nicht im Stich. Wir schlagen vor, die Regelung zur Kurzarbeit auf diese Personen auszudehnen. Dann könnten Berufstätige zeitweise aus dem Job aussteigen, wären abgesichert und müssten sich keine Sorgen um ihr Auskommen machen. Und die Pflegebedürftigen könnten in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

Haushaltshilfen, vorwiegend aus Osteuropa, versorgen in Deutschland zwischen 300.000 und 500.000 Pflegebedürftige zuhause. Genaue statistische Daten liegen nicht vor. Der Sozialverband VdK fordert weitere Unterstützung für die pflegenden Angehörigen, die fürchten müssen, ihre Väter, Mütter oder Großeltern mit dem Coronavirus anzustecken. Verena Bentele dazu: 

Viele pflegende Menschen sind verunsichert. Wie sollen sie ihre pflegebedürftigen Angehörigen weiter gut versorgen, einkaufen, ihnen nahe sein? Wegen der Infektionsgefahr dürften sie das Haus eigentlich nicht verlassen. Ein erster wichtiger Schritt wäre, die außerhäusliche Versorgung sicherzustellen, zumindest mit Lebensmitteln, Medikamenten, Schutzkleidung und anderen Produkten des täglichen Bedarfs. Wir fordern, hier sofort die Mittel des Entlastungsbetrages zur Verfügung zu stellen, und zwar schnell, unbürokratisch und niedrigschwellig. Darüber hinaus sollte der Betrag für Pflegehilfsmittel von 40 auf 80 Euro im Monat angehoben werden.“ 

Gut drei Viertel oder 2,59 Millionen aller Pflegebedürftigen werden derzeit zuhause versorgt. Davon werden 1,76 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 0,83 Millionen Pflegebedürftige leben ebenfalls in Privathaushalten, sie werden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt.

Donnerstag, 12. März 2020

Demenz und Alzheimer sind nicht das Gleiche

Kostenfreier AFI-Ratgeber "Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen"


Immer wieder erreicht die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) die Anfrage, wo der Unterschied zwischen einer Demenz und der Alzheimer-Krankheit liegt. 

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „ohne Geist“. Über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung werden darunter zusammengefasst. 

Demenz ist also ein Überbegriff und nicht gleichzusetzen mit der Alzheimer-Krankheit. Genauer gesagt: Alzheimer ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. 

Weitere Demenzformen sind beispielsweise die Vaskuläre Demenz, die Frontotemporale Demenz, die Lewy-Körperchen Demenz und die Demenz bei Parkinson. 

Ein Überblick über die häufigsten Demenzformen bietet der kostenfreie AFI-Ratgeber „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“. Beleuchtet werden jeweils die Risikofaktoren, die Symptome, der Krankheitsverlauf sowie die Diagnose und Behandlung. 

Bestellinformation: „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“ kann kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite: www.alzheimer-forschung.de/alzheimer-und-andere-demenzen

Weitere Informationen zur Alzheimer-Krankheit Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V. 


Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 288 Forschungsaktivitäten mit über 11,2 Millionen Euro unterstützen und rund 855.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Freitag, 21. Februar 2020

Medikamente richtig einnehmen

Auch Einnahmezeitpunkt spielt für die optimale Wirkung eine Rolle 




Um eine optimale Wirkung der Arzneimitteltherapie zu erzielen, ist es meist nicht egal, wann und wie die einzelnen Medikamente eingenommen werden. Apotheker Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apothekerinnen und Apotheker in Bayern rät deshalb, Tabletten immer in aufrechter Position mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem großen Glas Leitungswasser, einzunehmen.

„Außerdem“, so Apotheker Dr. Schmitt, „verträgt der Körper einige Arzneimittel zu bestimmten Tageszeiten besser“, und ergänzt: „Auch der genaue Einnahmezeitpunkt spielt für die optimale Wirkung eine entscheidende Rolle. Während der Körper manche Arzneistoffe am besten im nüchternen Zustand aufnimmt, heißt es für andere, sie wegen ihrer magenreizenden Wirkung zusammen mit einer Mahlzeit zu schlucken.“

Gerade wenn Medikamente zum ersten Mal eingenommen werden, ist es deshalb für Patientinnen und Patienten wichtig, sich in der Apotheke über den richtigen Einnahmezeitpunkt und die richtige Einnahmeart in einem persönlichen Gespräch beraten zu lassen.

Medikamentendosierer helfen, den Überblick zu behalten


Apotheker Dr. Schmitt: „Patienten, die unsicher sind, wann ihre unterschiedlichen Medikamente einzunehmen sind, empfehle ich einen Medikamentendosierer mit Tages- oder Wochenunterteilungen. So sehen sie, wann sie die einzelnen Medikamente nehmen müssen und ob sie eine Dosis schon eingenommen haben“.

Apothekerinnen und Apotheker demonstrieren richtige Anwendung


Vor allem ältere Menschen, die auf verschiedene Medikamente angewiesen sind, sollten sich auch die richtige Anwendung in der Apotheke demonstrieren lassen. „Tabletten einzunehmen ist relativ einfach. Aber bei technisch aufwändig verpackten Medikamente wie Augentropfen, Trockensäften oder Medikamenten zur Inhalation passieren älteren Menschen häufig Fehler“, sagt Apotheker Dr. Schmitt und rät allen Patienten deshalb, sich in der Apotheke vor Ort nach der korrekten Anwendung zu erkundigen.