Sonntag, 17. Juni 2018

Digitale Unterstützung für Pflegende

Techniker Krankenkasse launcht Pflege-Coach


Link zum Pflege-Coach

Der Löwenanteil der Pflege wird nach wie vor außerhalb der Heime geleistet: Rund drei Viertel der rund drei Millionen Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt und oft zumindest teilweise durch "informell Pflegende" betreut. Im Pflegealltag fehlt diesen oft die Zeit oder Möglichkeit, sich außer Haus zu informieren oder an einem Pflegekurs teilzunehmen. Die Pflegestudie der Techniker Krankenkasse (TK) zeigte zudem, dass mehr als jeder Dritte (37 Prozent) von ihnen die neue Rolle ad hoc übernehmen musste, und so keine Chance hatte, sich inhaltlich vorzubereiten. Hier setzt der neue TK-Pflege-Coach an: Als digitaler Pflegekurs - oder als mobiles Nachschlagewerk - vermittelt der Coach Pflege-Know-how auf lern- und pflegewissenschaftlicher Grundlage. Die Anwendung können Pflegende auf Smartphone, Tablet oder PC nutzen.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Pflegende Angehörige leisten in der Pflege enorm viel. Die Digitalisierung bietet große Potenziale, sie zeitlich und örtlich flexibel zu unterstützen. Als Pflegekasse haben wir deshalb die Aufgabe, unser Informations- und Leistungsangebot konsequent auch um digitale Angebote zu erweitern, damit Angehörige die Unterstützung wählen können, die sie brauchen."

 In­ter­ak­ti­ve Elemente in vier Modulen


Der Online-Kurs umfasst vier Module: "Verständnis und Zuwendung", "Die Pflegeumgebung", "Richtig pflegen" und "Selbstschutz". "Nutzer sollen das Gelernte auf die eigene Pflegesituation anwenden können", sagt Georg van Elst, Teamleiter des Teams Pflege der TK. Zum Coach gehören deshalb interaktive Elemente, wie Fragebögen zum eigenen Pflegealltag und zu individuellen Belastungen. Konkrete Pflegetechniken wie die Ganzkörperwäsche im Bett oder Hebetechniken, vermittelt der Coach per Video. Fotos, Grafiken, Fachtexte, Fragebögen aber auch Erfahrungsberichte anderer pflegender Angehöriger ergänzen das Angebot.

Der TK-Pflege-Coach entstand als Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der RWTH Aachen, das die Inhalte erstellte und programmierte. Die im Coach eingesetzten E-Learning-Methoden werden parallel von der Hochschule evaluiert. So kann der Kurs optimiert und den Bedürfnissen der Nutzer weiter angepasst werden.

Der TK-Pflege-Coach steht Versicherten als webbasierte Anwendung unter www.tkpflegecoach.de zur Verfügung. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Pflegenden Angehörigen von TK-Versicherten steht zudem kostenlos das Angebot pflegen-und-leben.de zur Verfügung. Hier finden sie online Unterstützung in Belastungssituationen durch ein speziell geschultes Psychologenteam.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Lebensretter für die Hosentasche

Erster Notfallausweis für Pflegebedürftige kostenlos für alle von der KKH Pflegekasse


Notfallausweis zum Download

Ob durch einen Schlaganfall oder einen Verkehrsunfall: Jeder kann von der einen Minute auf die andere zum medizinischen Notfall werden. Ist man dann nicht ansprechbar, ist ein Notfallausweis unter den persönlichen Papieren für Ersthelfer, herbeigerufene Ärzte und Rettungssanitäter äußerst hilfreich ‒ im Ernstfall sogar lebensrettend! Aufgelistet sind darin Vorerkrankungen, Blutgruppe, Unverträglichkeiten mit Medikamenten oder auch Impfungen.

Die Pflegekasse der KKH bietet seit kurzem ein Novum an: den ersten Notfallausweis für Pflegebedürftige. „Der Ausweis passt in jede Hosentasche und wurde speziell für Menschen entwickelt, die aufgrund ihrer Erkrankung eine besondere Versorgung und Umgehensweise benötigen“, erklärt Oliver Brandt vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Ulm. 

Ein Beispiel: Unbemerkt verlässt eine an Demenz erkrankte Person ein Pflegeheim, verirrt sich und findet nicht mehr zurück. In solch einer Situation kann der Notfallausweis für Pflegebedürftige goldwert sein – vorausgesetzt, sie haben ihn immer dabei. Denn er enthält neben medizinischen wichtige pflegerelevante Daten. Dazu zählen Hinweise zu vorliegenden Erkrankungen wie Demenz, die Adresse der Wohnung oder Pflegeeinrichtung, in der der Betroffene lebt, sowie auch Angaben zu Betreuern. Anhand des Ausweises können die Kontaktpersonen im Handumdrehen benachrichtigt werden.

„Wir hatten die frisch gedruckten Ausweise kaum in den Händen, da waren sie schon vergriffen“, freut sich Oliver Brandt. „Mit der hohen Resonanz haben wir nicht gerechnet.“ Den Notfallausweis für Pflegebedürftige können alle Interessierten anfordern, nicht nur Versicherte der KKH. Er ist erhältlich in einer der bundesweiten Servicestellen der KKH oder herunterzuladen unter www.kkh.de/pflegekasse, Stichwort ‚Downloads‘ / ‚Ausweise‘.

Samstag, 9. Juni 2018

Insulin verträgt keine Hitze

Insulin auf Reisen kühlen, aber nicht gefrieren lassen


Link zum Download


Insulin verträgt keine Hitze: Auf Reisen sollten Insulinvorräte daher möglichst in einer Kühlbox aufbewahrt werden - allerdings nicht direkt neben den Kühlakkus. Denn dort kann Insulin gefrieren und unbrauchbar werden, wie das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" schreibt. 

Auch eine kleine Stahl-Thermosflasche schützt es gut vor Hitze. "Dazu die Ampullen in Alufolie einwickeln oder Penpatronen im Blister lassen und die Flasche mit kühlem Wasser füllen", rät Diabetologe Dr. Bernhard Gehr von der Fachklinik Bad Heilbrunn. 

Bei Flugreisen gehören Insulin, Blutzucker-Teststreifen und wichtige Medikamente ins Handgepäck. Schon deshalb, weil aufgegebenes Gepäck verloren gehen oder verspätet ankommen kann. Insulin muss nicht in den für Flüssigkeiten vorgeschriebenen Beutel. Am besten verstauen Sie es in einer handlichen Kühltasche aus der Apotheke. 

Für die Sicherheitskontrolle am Flughafen lassen Sie sich vom Arzt ein Attest auf Deutsch und Englisch über Ihren Diabetesbedarf geben. Einen Vordruck zum Herunterladen gibt es auf www.diabetes-ratgeber.net/magazin.

Quelle: Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber"