Dienstag, 23. Mai 2017

Mehr Pflegebedürftige in Hessen

Großteil wird zu Hause gepflegt


© pa Picture-Alliance

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Hessen steigt weiter an. Das zeigen Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts, die die Krankenkasse IKK classic ausgewertet hat. Waren 2013 noch 205.126 Menschen pflegebedürftig, so stieg die Zahl bis Dezember 2015 um 9 Prozent auf 223.579. „Der medizinische Fortschritt hat dazu beigetragen, dass immer mehr Erkrankungen auch im hohen Alter geheilt, behandelt und gelindert werden können. Es gibt also immer mehr ältere Menschen, die gepflegt werden müssen“, sagt Sven Keiner von der IKK classic.

Bald weniger Pflege im häuslichen Umfeld


Noch werden 170.644 (76,3 Prozent) der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt, mehr als zwei Drittel davon von den eigenen Angehörigen. „Allerdings wird sich dieses Verhältnis in Zukunft stark verändern. Die Zahl der alleinstehenden Älteren nimmt zu und die potenzielle Zahl von Helfern aus dem familiären Umfeld wird abnehmen. Hier kommen auf die Gesellschaft noch große Herausforderungen zu“, so Sven Keiner.

Renten- und Arbeitslosenversicherung für Pflegende


Für Pflegepersonen bringt die neue Pflegereform seit diesem Jahr einige Vorteile: Die Pflegeversicherung zahlt Rentenbeiträge für alle Pflegepersonen, die einen Bedürftigen mit Pflegegrad zwei bis fünf mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens zwei Tage, zu Hause pflegen. Auch bei der Arbeitslosenversicherung wurde nachgebessert: Für Pflegepersonen, die für die Pflege Angehöriger aus dem Beruf aussteigen, zahlt die Pflegeversicherung künftig die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Pflegende haben damit Anspruch auf Leistungen, falls ein nahtloser Einstieg in eine Beschäftigung nach Ende der Pflege nicht gelingt.

Weitere Information finden Interessierte unter: www.ikk-classic.de/pflege

Montag, 22. Mai 2017

Was tun, wenn sich Menschen mit Demenz gegen Unterstützung von außen sperren?

Pflegehilfe "mit sanfter Konsequenz einführen"


www.gelko-pflegevermittlung.de
Bei der Pflege von Familienmitgliedern stoßen Angehörige oft an ihre Grenzen und suchen sich professionelle Unterstützung - vor allem Menschen mit Demenz aber sperren sich gelegentlich gegen Hilfe von außen. 

"Die Angehörigen haben dann ihre liebe Not", sagt die Münchner Psychotherapeutin Dr. Britta Wiegele im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Ob ambulanter Pflegedienst, Nachbarschaftshilfe oder Tagespflege: "Man muss so etwas als Angehöriger mit sanfter Konsequenz einführen", rät die Psychologin, "am besten peu à peu." 

Der Hausarzt kann beispielsweise in vielen Fällen eine Medikamentengabe durch Pflegekräfte verordnen - ein guter Einstieg in die ambulante Pflege. Damit die Hilfe auch akzeptiert wird, sollte sie den Betroffenen gut vermittelt werden. Mit dem Argument "Ich schaff's nicht mehr" stoßen Angehörige bei pflegebedürftigen Familienmitgliedern laut Wiegele häufig auf taube Ohren. Ihr Tipp: "Sagen Sie zum Beispiel: 'Diese Hilfe können wir uns doch gönnen!' Das hat gleich einen anderen Klang." 

Quelle: Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber

Freitag, 19. Mai 2017

Ist Alzheimer wirklich ansteckend?

Fünf Vorurteile über die Alzheimer-Krankheit


Copyright: Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Alzheimer-Krankheit ist ein wichtiges Anliegen der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Dabei wird immer wieder deutlich, wie viel Verunsicherung es im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit gibt. Deshalb stellt die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) fünf Vorurteile richtig, die ihr in ihrer täglichen Arbeit begegnen.

Die Alzheimer-Krankheit ist ansteckend.


Es fehlt bislang jeder wissenschaftliche Nachweis, dass die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend ist. Demnach ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Patienten oder in der Pflege nötig. Unter Laborbedingungen ist es hingegen möglich, die Alzheimer-Krankheit zu übertragen. Das zeigen Versuche mit genetisch veränderten Mäusen. Diese Ergebnisse sind aber nicht auf den Menschen anwendbar und dienen dazu, die Ausbreitung der Erkrankung im Gehirn zu erforschen. Menschen mit Alzheimer sind also nicht ansteckend.


Die Alzheimer-Krankheit und Demenz sind das Gleiche.


Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und kann sinngemäß mit „ohne Geist“ übersetzt werden. Über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung werden darunter zusammengefasst. Demenz ist also ein Überbegriff und nicht gleichzusetzen mit der Alzheimer-Krankheit. Präziser gesagt: Alzheimer ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Weitere Demenzformen sind beispielsweise die Vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen Demenz und die Frontotemporale Demenz.


Die Aufnahme von Aluminium führt zur Alzheimer-Krankheit.


Das Interesse an einem möglichen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Aluminium entstand, als bei Autopsien der Gehirne von verstorbenen Alzheimer-Patienten festgestellt wurde, dass diese erhöhte Aluminium-Konzentrationen aufwiesen. Diese Forschungsergebnisse sagen aber nichts über ein Verhältnis von Ursache und Wirkung aus und können möglicherweise mit einer zunehmenden Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke bei Alzheimer-Patienten erklärt werden. Fakt ist: Ein kausaler Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten der Alzheimer-Krankheit konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden. Auch epidemiologische Studien zeigen keine Hinweise auf eine Verbindung von Aluminium und der Alzheimer-Krankheit.


Alzheimer-Patienten sterben, weil sie vergessen zu atmen.


Menschen mit Alzheimer vergessen nicht zu atmen. Sie sterben auch nicht unmittelbar an der Alzheimer-Krankheit, sondern an Begleitsymptomen. Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Die Begleiterkrankungen führen schließlich zum Tod.


Alzheimer ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Alterserscheinung.


Diese Behauptung wurde immer wieder in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen aufgestellt. Da es mittlerweile möglich ist, durch bildgebende Verfahren die für die Alzheimer-Krankheit charakteristischen Eiweiß-Ablagerungen aus Beta-Amyloid und Tau im lebenden Organismus sichtbar zu machen, kann dieser Behauptung entschieden widersprochen werden. Alzheimer ist eine Erkrankung, die diagnostiziert, behandelt und weiter erforscht werden muss.

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 201 Forschungsaktivitäten mit über 8,4 Millionen Euro unterstützen und 750.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.