Donnerstag, 9. Februar 2017

DAK-Gesundheit bietet Pflege-App und Demenz-Coaching an

Der DAK-Pflegeguide ist für Versicherte aller Kassen kostenlos in den App-Stores von Apple und Google erhältlich


© Foto: fotolia / DAK

Mit zwei neuen Online-Angeboten entlastet die DAK-Gesundheit pflegende Angehörige: Die App DAK-Pflegeguide gibt praktische Tipps und Anleitungen für den Pflegealltag. Der DAK-Demenz-Coach hilft beim Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Die DAK-Gesundheit ist die erste Kasse mit Angeboten dieser Art. In Deutschland leben fast drei Millionen Pflegebedürftige. Etwa zwei Millionen davon werden zu Hause und überwiegend von Angehörigen versorgt. 

In der App sind zentrale Informationen für die Pflege zu Hause anschaulich aufbereitet. So werden beispielsweise wichtige Handgriffe in Videos erklärt – etwa, wie man Pflegebedürftigen beim Aufstehen oder bei der Körperpflege hilft. Angehörige erfahren, wie ein Badezimmer ausgestattet werden kann, damit sich Pflegebedürftige möglichst selbstständig darin bewegen können. Ein Rechner ermittelt die individuellen Ansprüche auf Leistungen der Pflegekasse. „Was pflegende Angehörige leisten, ist bewundernswert. Sie sind eine Stütze unserer Gesellschaft“, sagt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Uns ist wichtig, dass wir die Betroffenen mit möglichst alltagstauglichen Werkzeugen wie unserer App unterstützen.“ 

Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen


Die App ist sowohl für Pflegeneulinge als auch für Menschen mit Pflegeerfahrung geeignet. Wer persönliche Beratung sucht, findet über eine virtuelle Karte schnell den nächsten Pflegestützpunkt. „Die Digitalisierung bietet in allen Lebensbereichen neue Möglichkeiten. Die nutzen wir jetzt auch für die häusliche Pflege“, sagt Storm. „Wir haben den DAK-Pflegeguide speziell für Menschen entwickelt, die zwischen Familie, Beruf und Pflege schnell und einfach an Informationen kommen möchten.“ Der DAK-Pflegeguide ist für Versicherte aller Kassen kostenlos in den App-Stores von Apple und Google erhältlich. 

Online-Coaching zum Umgang mit Demenz


Das zweite neue Angebot der DAK-Gesundheit richtet sich gezielt an Menschen, die sich um demenziell erkrankte Angehörige kümmern. Eine Demenz ist auch für Familie und Freunde von Betroffenen eine Belastung. Das neue Online-Coaching vermittelt Wissen zu dieser Krankheit und gibt praktische Tipps, wie man den Alltag gemeinsam mit dementen Menschen gestalten kann. Dies entlastet Betroffene und Angehörige und führt zu mehr Verständnis im Umgang miteinander. 

Der DAK-Demenzcoach ergänzt als neues Modul den Pflege-Coach der DAK-Gesundheit. Dies ist ein zertifizierter Pflegekurs, der online absolviert werden kann. Der Vorteil: Im Gegensatz zu herkömmlichen Pflegekursen, die zu bestimmten Zeiten an einem Ort stattfinden, lässt sich der DAK-Pflegecoach jederzeit zu Hause absolvieren. Das ist gerade im stressigen Alltag pflegender Angehörige eine große Entlastung. Der Kurs inklusive des neuen Demenz-Moduls ist kostenlos und richtet sich an DAK-Versicherte. Unter www.dak.de/pflegecoach kann man sich anmelden. Weitere Informationen und Angebote gibt es unter www.dak.de/pflege.

Dienstag, 7. Februar 2017

Der Pflegebedürftigkeit vorbeugen

Wie die Altersmedizin die Selbstständigkeit fördert



Wenn ältere Patienten nicht mehr so können, wie sie gerne würden, setzt die Geriatrie auf ein Umdenken: Der Blick sollte weniger auf die Defizite gerichtet werden. "Wichtiger ist, dem Patienten vor Augen zu führen, was in ihm steckt - allen Einschränkungen zum Trotz", betont die Chefärztin der Geriatrischen Rehabilitationsklinik der AWO in Würzburg, Dr. Kathrin Tatschner, im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". 

Erfolge schenken Selbstvertrauen


Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von Ärzten, Therapeuten und Pflegern. Die Bluse selbstständig anziehen, den Weg zur Toilette allein gehen, das Essen ohne Hilfe kochen - Erfolge schenken Selbstvertrauen. Und wer an sich glaubt und mit Zuversicht nach vorn sieht, ist besser gegen die Anfechtungen der Jahre gewappnet. 

Nichts ist der Altersmedizin wichtiger, als Senioren in Bewegung zu halten. Vor der Pflegebedürftigkeit kommt Studien zufolge der Muskelschwund. In hohem Alter verliert der Körper Jahr für Jahr an Muskelkraft. Training, vor allem in puncto Koordination und Kraft, kann gegensteuern, aber auch körperliche Aktivität im Alltag hilft weiter. Neue Zahlen belegen: Pflegebedürftigkeit lässt sich vermeiden - oder zumindest hinauszögern oder lindern.

Quelle: Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber"

Montag, 6. Februar 2017

Vertragszahnärzte sind auch für Pflegebedürftige da

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin will zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürfigen verbessern


Melanie Huml
Bildquelle "Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege"

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml will die zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen verbessern. Huml betonte am Sonntag anlässlich einer neuen Studie zu diesem Thema: "Die Lebensumstände älterer und insbesondere pflegebedürftiger Menschen müssen künftig auch bei der Zahngesundheit stärker als bisher berücksichtigt werden. Hier sind auch neue Wege erforderlich."

Die vom bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium mit rund 50.000 Euro geförderte Studie befasst sich mit der ambulanten zahnärztlichen Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Unterfranken. Die Ministerin erläuterte: "Die Studie zeigt unter anderem, wie die Zahngesundheit von Pflegebedürftigen mit Hilfe von Zahnarzt-Hausbesuchen verbessert werden kann. Damit steigt die Lebensqualität deutlich. Denn es werden Schmerzen vermieden – und das Essen fällt mit gesunden Zähnen leichter. Außerdem bedeutet für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen eine häusliche zahnärztliche Behandlung weniger Stress."

Huml ergänzte: "Ein Ziel unserer Studie war es auch zu zeigen, wie die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen praktisch umgesetzt werden kann. Das soll ein Anreiz für noch mehr Zahnärztinnen und Zahnärzte in Bayern sein, diesem Beispiel zu folgen und mehr Hausbesuche zu absolvieren. Dafür gibt es im Übrigen bei gesetzlich Versicherten, die auf Grund einer Pflegebedürftigkeit, einer Behinderung oder einer dauerhaften, erheblichen Einschränkung ihrer Alltagskompetenz eine Zahnarztpraxis nur mit hohem Aufwand aufsuchen könnten, eine zusätzliche Vergütung."

Die Ministerin verwies auch auf die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen. Sie unterstrich: "Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen können ihren Zahnarzt häufig krankheitsbedingt nicht mehr regelmäßig aufsuchen. Auch für sie ist aber eine Kontrolle der Zahn- und Kiefergesundheit sehr wichtig. Auf diesen Bedarf müssen Zahnärzte künftig stärker reagieren."

Die Studie hat den Titel "Mundgesundheit und Lebensqualität mobilitätsbeeinträchtiger betreuungsbedürftiger Menschen in häuslicher und stationärer Versorgung".