Mittwoch, 7. September 2016

Pflegende Angehörige: 37 Prozent müssen ad-hoc pflegen

Diese ad-hoc-Pflege ist für Angehörige besonders belastend



Die Vorstellung, ein naher Verwandter könnte von einem Tag auf den anderen zum Pflegefall werden, ist für viele beängstigend. Dennoch lohnt sich die frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Bundesweiten Aktionstages Pflegende Angehörige am kommenden Donnerstag hin. Denn: Pflegebedürftigkeit kommt oft plötzlich. Diese Ad-hoc-Pflege ist für Angehörige besonders belastend. Das zeigt die Pflegestudie der TK.

Jeder Dritte der plötzlichen Helfer macht sich Sorgen um die eigene Zukunft


Für 37 Prozent der befragten pflegenden Angehörigen kam diese Verantwortung plötzlich - und hatte weitreichende Folgen: So bringen 30 Prozent von ihnen Pflege und Beruf nur schwer unter einen Hut. Unter jenen, die langsam in die Rolle hineinwuchsen, sagt dies dagegen nur jeder Fünfte (22 Prozent). Auch die Gesundheit der Ad-hoc-Pflegenden kann leiden: Rund jeder Dritte (34 Prozent) sah die eigene Gesundheit durch die Verantwortung angegriffen - unter den langsam Hineingewachsenen waren es nur 27 Prozent. Zudem macht sich jeder Dritte der plötzlichen Helfer Sorgen um die eigene Zukunft.

"Im plötzlichen Pflegefall sind meist die engsten Angehörigen gefragt", sagt Georg van Elst, Fachreferatsleiter Pflege der TK, "vor allem auf die Sandwich-Generation der heute 30- bis 44-Jährigen kommt eine große Herausforderung zu. Sie stehen voll im Berufsleben und kümmern sich um eigene Kinder. Braucht dann von jetzt auf gleich etwa ein Elternteil Hilfe, folgt oft in kurzer Zeit ein Entscheidungs- und Organisationsmarathon. Hauptursache für Pflege ist das Alter. Mit potenziell Betroffenen in der eigenen Familie frühzeitig über deren Wünsche, aber auch die eigenen Grenzen zu sprechen, erleichtert den Pflegestart."

Gedanken über die eigene Leistungsfähigkeit (also: Was will und kann der potenziell Pflegende körperlich und mental leisten?) sollten deshalb ebenso Teil gemeinsamer Gespräche sein, wie die Wünsche und Möglichkeiten der potenziell Betroffenen: Wo und wie möchten sie gepflegt werden? Gibt es eine aktuelle Patientenverfügung oder Vollmachten? In welcher Höhe könnten anfallende Pflegekosten durch den Pflegebedürftigen getragen werden? Denn: Selbst wenn Anspruch auf Leistungen von der Pflegekasse besteht, decken diese häufig nicht alle anfallenden Kosten ab.

Tritt tatsächlich der Pflegefall ein, kann professionelle Beratung die Orientierung erleichtern. Bei Fragen zu Leistungen ist die Pflegekasse des Pflegebedürftigen der richtige Ansprechpartner. Den Kontakt finden TK-Versicherte unter www.tk.de (Webcode: 109758). Dort gibt es auch die Möglichkeit, sich durch speziell ausgebildete Pflegeberater telefonisch oder vor Ort beraten zu lassen. Ist neben dem Engagement der Angehörigen professionelle Pflege nötig, unterstützt der TK- Pflegelotse unter www.tk.de (Webcode: 219858) bei der Suche nach Pflegediensten und Pflegeheimen in der Umgebung.

Hinweis zur Methodik:

Im Auftrag der TK hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juli und August 2014 insgesamt 1.007 pflegende Angehörige in persönlichen Interviews befragt.

Sonntag, 4. September 2016

Pflegende Angehörige sollten auch für sich selbst gut sorgen

Eigenlob muss sein




Wer einen Angehörigen pflegt, sollte nach Expertenmeinung mit Eigenlob nicht sparen: "Sagen Sie sich und anderen immer wieder: 'Was ich leiste, ist nicht selbstverständlich, sondern etwas Besonderes'", empfiehlt der Leiter der Fachstelle für pflegende Angehörige in Berlin, Frank Schumann, im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". "Wer so liebevoll mit sich umgeht, nimmt leichter Hilfe an." 

Sich 24 Stunden um jemanden zu kümmern, geht schnell an die Substanz. Ein Ausgleich fehlt. "Irgendwann befindet man sich im Hamsterrad", so Schumann. 

Imke Wolf von der Online-Beratungsstelle pflegen-und-leben.de appelliert an pflegende Angehörige, von vornherein Auszeiten verbindlich in den Alltag einzuplanen. Das schone Kräfte: "Nur wenn Angehörige sich selbst gut pflegen, können sie auf Dauer eine gute Pflege leisten." 

Quelle: Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber

Dienstag, 30. August 2016

Sicherheit und Komfort - ein Leben lang

Altersgerechtes Wohnen kann auch eine Frage der Technik sein


Foto: djd/ELEKTRO+/Hager

Wer bis ins hohe Alter zu Hause wohnen möchte, sollte vorausschauend planen - nicht nur mit baulichen Vorkehrungen, sondern auch mit technischen Lösungen. Sie bringen Erleichterungen im Alltag, bauen Barrieren ab und bieten zusätzliche Sicherheit für Menschen mit Einschränkungen, aber auch für alle anderen Hausbewohner von jung bis alt. Eine ausreichende Beleuchtung beispielsweise kann Unfallgefahren vorbeugen und für ein besseres Sicherheitsgefühl sorgen. "Sinnvoll sind etwa zusätzliche Orientierungsleuchten an der Wand oder am Boden, besonders in Flur- und Treppenbereichen", rät Hartmut Zander von der Initiative Elektro+.

Lichtschalter in der richtigen Höhe


Lichtschalter sollten in einer Höhe von rund 85 Zentimetern liegen, dann sind sie auch für Rollstuhlfahrer gut erreichbar. "Besonders leicht findet man Schalter, wenn sie farbig oder mit selbst leuchtenden Rahmen ausgestattet sind", meint Hartmut Zander. Bewegungs- und Präsenzmelder können das Licht auch nach Bedarf an- und ausschalten, damit niemand mehr versehentlich im Dunklen tappt. An der Tür wiederum gibt eine Videosprechanlage die Sicherheit, dass keine ungebetenen Gäste ins Haus gelassen werden. Besonders praktisch ist es, wenn das Bild auch auf mobile Endgeräte wie einen Tablet-PC oder ein Mobiltelefon übertragen werden kann. So lässt sich der Eingangsbereich bequem vom Sofa aus oder am Küchentisch überwachen. Unter www.elektro-plus.com/elektroplanung finden Haus- und Wohnungsbesitzer viele Tipps und Informationen rund um die Elektroplanung im Haus.

Vernetzte Systeme sorgen für mehr Komfort


Durch Vernetzung lassen sich weitere Komfortfunktionen im Haus nutzen. Ein zentraler Elektroschalter etwa gibt die Sicherheit, dass mit einem einzigen Tastendruck alle nicht benötigten Verbraucher im Haus abgeschaltet sind, wenn man das Haus verlässt oder zu Bett geht. Vernetzte Hausautomationssysteme können zudem tägliche Routinen, zum Beispiel das Öffnen der Rollläden am Morgen, automatisieren. Wer eine altersgerechte Ausstattung seiner vier Wände plant, kann dafür Fördergelder der KfW nutzen, die sie im Rahmen des Programms "Altersgerecht umbauen" zur Verfügung stellt - übrigens unabhängig vom Alter des Antragstellers.


Vernetzte Rauchmelder mit Ton- und Lichtsignal


Rauchmelder gibt es nicht nur mit schrillen Warntönen, sondern auch mit zusätzlichem Lichtsignal. Damit werden auch Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen auf den Alarm aufmerksam. Empfehlenswert sind vernetzte Systeme, bei denen der Alarm eines Rauchmelders auch auf alle anderen im Haus installierten Melder übertragen wird. Sie sorgen dafür, dass ein Brand im Keller ebenso im Schlafzimmer sofort angezeigt wird und nicht unentdeckt bleibt. 

Mehr Tipps gibt es unter www.elektro-plus.com.