Donnerstag, 17. März 2016

Patientenverfügung wenig verbreitet

Vorletzter Wille? Fehlanzeige! 


Foto: Lupo / pixelio.de

  • Die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) hat schon einmal über eine mögliche
       Pflegebedürftigkeit nachgedacht.
  • Trotzdem schieben 41 Prozent das Thema beiseite und unternehmen nichts.
  • Nur ein Viertel (26 Prozent) der Bürger hat eine Patientenverfügung verfasst.
  • 21 Prozent haben eine Betreuungsverfügung beziehungsweise Vorsorgevollmacht aufgesetzt.


Mit 61 Prozent hat die Mehrheit der Deutschen schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre, ernsthaft krank oder pflegebedürftig zu sein. Doch trotz aller Bedenken schieben 41 Prozent der Bürger das Thema Vorsorge vor sich her. Nur 37 Prozent geben an, sich aktiv zu kümmern. Das zeigt der ROLAND Rechtsreport 2016. Die Studie entsteht alljährlich in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Sie untersucht die Einstellung der Bevölkerung zum deutschen Rechtssystem und zur Mediation. Der ROLAND Rechtsreport 2016 analysiert zudem, inwieweit sich die Deutschen auf eine mögliche Pflegebedürftigkeit vorbereiten und wie sie zum Thema Sterbehilfe stehen.

Sogar 16- bis 29-Jährige denken über Pflegebedürftigkeit nach

Dass vor allem die Älteren schon einmal über eine mögliche Pflegebedürftigkeit nachgedacht haben, überrascht wenig. In der Gruppe der mindestens 60-Jährigen sind es ganze 83 Prozent. Doch auch diejenigen, bei denen das Thema noch einige Jahre entfernt sein dürfte, machen sich Gedanken: Immerhin ein Viertel (24 Prozent) der 16- bis 29-Jährigen haben schon einmal überlegt, wie es wäre, auf Pflege angewiesen zu sein.

Nur 26 Prozent haben eine Patientenverfügung verfasst

Trotz aller Sorgen: Kaum einer hat für den Fall der Fälle vorgesorgt und eine Patientenverfügung oder eine Betreuungsverfügung beziehungsweise Vorsorgevollmacht verfasst. Gleichzeitig kommt das Thema mehr und mehr in den Köpfen der Deutschen an. Hatten 2009, im Jahr der gesetzlichen Einführung der Patientenverfügung, nur 15 Prozent ein solches Dokument angefertigt, sind es heute schon 26 Prozent. Weitere 43 Prozent haben zumindest vor, eine Patientenverfügung zu erstellen.
Darüber hinaus vertrauen die Deutschen mehrheitlich darauf, dass ihre Wünsche aus der Verfügung im Fall der Fälle auch umgesetzt werden. 53 Prozent glauben, dass Ärzte oder Angehörige sie so behandeln würden wie im Dokument vorgesehen. 17 Prozent sind davon nicht sonderlich überzeugt und denken, es würde meist – trotz schriftlicher Fixierung – doch ganz anders entschieden.

Auch Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht sind wenig verbreitet

Wie die Patientenverfügung sind auch die Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht noch keine Selbstverständlichkeit für die Bürger. So haben nur 21 Prozent ein solches Dokument abgeschlossen. Allerdings planen 35 Prozent, dies noch zu tun.
Der ROLAND Rechtsreport 2016 kann über folgenden Link heruntergeladen werden: www.roland-gruppe.de/rechtsreport

Dienstag, 15. März 2016

Neuer Belastungstest für pflegende Angehörige

Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK stellte einen interaktiven Belastungstest für pflegende Angehörige vor


Siemens Betriebskrankenkasse SBK - Zentrale München
Foto: SBK

Wie eine aktuelle Auswertung der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK zeigt, werden knapp 70 Prozent aller Pflegebedürftigen in Deutschland zu Hause gepflegt. Dies bedeutet eine enorme Belastung für die Angehörigen, die sie pflegen. 

Ein neuer Online-Belastungstest, entwickelt von der Volkssolidarität Berlin e.V. und der Töchter & Söhne GmbH, wird von der SBK unterstützt und soll dringend benötigte Hilfe bieten. 

Unterstützung für pflegende Angehörige

Der Belastungstest richtet sich an Pflegende, die mit dem Angebot ihren tatsächlichen Belastungsgrad herausfinden sowie schnell und kompakt Informationen zu Entlastungsmöglichkeiten im Pflegealltag finden wollen. Die Durchführung des Tests nimmt lediglich ein paar Minuten in Anspruch. 

Je nach Ergebnis werden die Teilnehmer auf unterschiedliche Hilfsangebote wie beispielsweise Beratung und Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen, pflegerische Unterstützung und Hilfe im Alltag verwiesen. 

In den einzelnen Rubriken werden den Teilnehmern mögliche Anlaufstellen und hilfreiche Links aufgelistet. Dabei ist das Erkennen der eigenen Situation die Voraussetzung, um passende Handlungsstrategien zur Selbsthilfe zu entwickeln.

Angehörige erbringen teils über Jahre hinweg beachtliche Leistung


„Der Einsatz der pflegenden Angehörigen ist ein unendlich wertvoller Beitrag für unsere Gesellschaft. Diese beachtliche Leistung erbringen Angehörige teils über Jahre hinweg“, sagt André Lossin, Geschäftsführer der Berliner Volkssolidarität. 

Wie anstrengend die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen ist, weiß man auch bei der SBK. Die Krankenkasse hat das Selbsthilfeprojekt aus diesem Grund finanziell mit fast 30.000 Euro unterstützt: „Wir wissen, dass wir mit diesem Projekt eine Organisation unterstützen, die eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen spielt. Die Betreuung eines pflegebedürftigen Menschen ist verantwortungsvoll und anstrengend und kann mit der Zeit an die Belastungsgrenzen führen“, sagt Sandra Deike, SBK-Fachsprecherin. „Je früher wir die Angehörigen erreichen, desto mehr können wir sie über Unterstützung und Hilfeleistungen informieren.“

Mehr Informationen über www.pflege-belastungstest.de.

Montag, 14. März 2016

AMSEL-InfoGuide gibt aktuellen Überblick über Aufklärungs- und Informationsmaterialien zur Multiplen Sklerose


Aktualisierte Auflage 2016/2017 ab sofort erhältlich


Cover InfoGuide_© AMSEL_2016

Was ist Multiple Sklerose (MS)? Wie verläuft die Krankheit? Welche Symptome treten auf? Was bedeutet die Erkrankung für eine Familie? Was kann helfen, den Alltag besser zu bestreiten? Der 'InfoGuide – Bausteine für Ihr MS-Wissen' nennt knapp 60 Broschüren, Infoblätter und eine Reihe multimedialer Angebote, die Antworten auf diese und weitere Fragen bieten. Erhältlich sind die themenspezifischen, laienverständlich von MS-Experten aufbereiteten Aufklärungs- und Informationsmaterialien für Erkrankte, Angehörige und Interessierte bei der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V.



Der InfoGuide der AMSEL gibt einen kompakten Überblick über die aktuell verfügbaren, von AMSEL erarbeiteten und herausgegebenen gedruckten und digitalen Aufklärungs- und Informationsmaterialien. Die Broschüren, Informationsblätter und multimedialen Angebote sind nach Themenschwerpunkten sortiert, ihre Inhalte werden kurz und knapp vorgestellt. 

So kann jeder die für sich relevanten Ratgeber auswählen, online im Shop auf www.amsel.de/shop, per Post oder Fax bestellen. Die vielfältigen multimedialen Angebote zum Verständnis der Entstehung, Behandlung und Erforschung der MS, mit einem Rundgang in einer virtuellen MS-Klinik, einem Lernspiel sowie mit spielerischen Übungen zum Training kognitiver Fähigkeiten finden alle Interessierten auf www.amsel.de.

In der jetzt erschienenen Ausgabe des InfoGuide 2016/2017 sind auch alle für dieses Jahr geplanten Informationsbroschüren mit ihren voraussichtlichen Erscheinungsdaten aufgenommen.