Sonntag, 11. Oktober 2015

Pflegende Angehörige sind häufiger depressiv

Neues Angebot: Der DAK-Pflegecoach




Pflege kann krank machen: Rund 20 Prozent aller pflegenden Angehörigen in Deutschland leiden unter einer Depression. Auch Angst- oder Schlafstörungen kommen gehäuft vor. Insgesamt leidet etwa die Hälfte aller Pflegepersonen an psychischen Problemen, deutlich mehr als nicht-pflegende Menschen. Das sind zentrale Ergebnisse des aktuellen Pflegereports 2015 der DAK-Gesundheit.

Für den DAK-Pflegereport „So pflegt Deutschland“ wurden die anonymisierten Daten von 500.000 Versicherten ausgewertet. Ferner hat die Kasse Daten von 12.000 pflegenden Angehörigen mit denen einer nicht-pflegenden Gruppe verglichen und die häufigsten Krankheiten analysiert. 

Ein zentrales Ergebnis: Pflegende Angehörige werden um zehn Prozent häufiger wegen psychischer Leiden behandelt. Bei Depressionen sind es acht Prozent mehr. „Das zeigt, wieviel Druck auf Menschen lastet, die neben Job und Familie noch die Pflege eines Angehörigen übernehmen“, sagt Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Auch körperlich sind pflegende Angehörige belastet: Jede sechste Pflegeperson musste 2014 wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen zum Arzt, bei nicht-pflegenden Personen war nur jeder Zehnte betroffen.

Viele pflegende Angehörige sind überfordert


Zusätzlich zur Datenanalyse hat die DAK-Gesundheit eine repräsentative Forsa-Befragung in Auftrag gegeben. Danach schätzt über die Hälfte der pflegenden Angehörigen die eigene Belastung als hoch oder sehr hoch ein. Viele fühlen sich manchmal körperlich (50 Prozent), psychisch (68 Prozent) oder zeitlich (71 Prozent) überfordert von der Pflege. Sowohl Belastung als auch Überforderung steigen an, wenn die gepflegte Person dement ist. Bei jedem dritten Befragten ist das der Fall.

Aus dem Report geht hervor, dass mit rund 90 Prozent meist Frauen die Pflege übernehmen. Ein Drittel ist berufstätig, davon lediglich ein Fünftel in Vollzeit. Gepflegt werden überwiegend Menschen mit Pflegestufe Eins (knapp 50 Prozent). Doch auch die Stufen Zwei (30 Prozent) und Drei (zehn Prozent) sind mit ihrem intensiven Betreuungsbedarf in der häuslichen Pflege vertreten.

Trotzdem sind externe Hilfsangebote nur zum Teil bekannt und werden verhältnismäßig selten genutzt: So wissen laut Forsa-Befragung zwei von drei Angehörigen, dass die Pflegekassen kostenlose Kurse anbieten. Nur ein Fünftel jedoch hat diese Möglichkeit bereits genutzt. „Dass solche Angebote in so geringem Maße in Anspruch genommen werden, stimmt nachdenklich“, sagt der Pflegewissenschaftler Professor Thomas Klie von der Universität Klagenfurt. Vielen pflegenden Angehörigen fehle offenbar die Zeit, im hektischen Alltag noch regelmäßige Termine wahrzunehmen.

Neues Angebot: Der DAK-Pflegecoach


Die DAK-Gesundheit startet deshalb mit dem Pflegecoach ein neuartiges Angebot im Internet, das speziell auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger zugeschnitten ist. Dabei handelt es sich um einen zertifizierten Pflegekurs, der online absolviert werden kann. Die DAK-Gesundheit ist die erste Krankenkasse, die einen Kurs in dieser Form anbietet. 

Das Angebot kann von Versicherten aller Kassen kostenlos genutzt werden


Teilnehmer können die verschiedenen Module des DAK-Pflegecoachs absolvieren, wann immer sie möchten und die Inhalte nach ihren eigenen Bedürfnissen gewichten. Hinzu kommt ein soziales Netzwerk: Wer eingeloggt ist, kann sich mit anderen über Fragen und Probleme austauschen – auf Wunsch anonym. „Im Pflegealltag bietet der DAK-Pflegecoach Hilfe ohne Hürden“, sagt Vorstandschef Rebscher.

Der DAK-Pflegecoach ist im Internet unter www.dak.de/pflegecoach zu finden.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Bei Gedächtnisproblemen immer Arzt aufsuchen

Kostenlose Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer – Ärztliche Tests im Überblick“




Täglich erreichen die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) Anfragen von Menschen, die bei sich eine Verschlechterung des Gedächtnisses feststellen. „Diesen Menschen raten wir grundsätzlich, einen Arzt aufzusuchen. Es ist wichtig, früh und professionell abzuklären, was der Auslöser der Vergesslichkeit ist, um mögliche Ursachen zu behandeln oder im Falle einer Alzheimer-Erkrankung frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen“, sagt der AFI-Vorstandsvorsitzende und niedergelassene Nervenarzt Dr. Michael Lorrain. Der erste Ansprechpartner bei Gedächtnisproblemen ist der Hausarzt, der den Patienten dann an einen Neurologen, einen Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweisen kann.

Da es sich bei Alzheimer um eine fortschreitende Gehirnleistungsstörung handelt, ist es besonders wichtig, die Krankheit möglichst lange in einem frühen Stadium zu halten. Auch mögliche Begleiterkrankungen wie Schlafstörungen oder Depressionen können gezielt behandelt werden. „Nur bei einer frühen Diagnose haben Betroffene die Möglichkeit, wichtige Entscheidungen über Betreuung und Pflege weitestgehend eigenständig zu treffen. Das sichert Lebensqualität“, sagt Dr. Lorrain.

Wie die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wird, stellt die AFI in ihrer kostenlosen Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer – Ärztliche Tests im Überblick“ vor. Die Broschüre bietet einen leicht verständlichen Überblick über psychometrische Tests, Labordiagnostik, bildgebende Verfahren und Liquordiagnostik zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit.

Informationsmaterialien können kostenfrei bestellt werden


„Diagnose-Verfahren bei Alzheimer“ und weitere Informationsmaterialien können kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; per Internet auf www.alzheimer-forschung.de, Rubrik „Aufklärung & Ratgeber“, per E-Mail an info@alzheimer-forschung.de oder unter der Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0.

Dank zahlreicher privater Spender konnte die AFI bisher 700.000 kostenlose Ratgeber und Broschüren an Interessierte und Betroffene versenden. Zusätzlich wurden bislang insgesamt 164 Forschungsaktivitäten engagierter Alzheimer-Forscher an deutschen Universitäten mit über 7 Millionen Euro unterstützt.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Wenn ein Alzheimer-Patient vermisst wird, sollte er leicht identifiziert werden können

Kinder basten Notfallausweise für Alzheimer-Patienten




Eine gefährliche Verhaltensweise bei Menschen mit Alzheimer ist das Weglaufen. Bereits in einem frühen Krankheitsstadium ist der Orientierungssinn beeinträchtigt. Mit Fortschreiten der Erkrankung wird ein Alzheimer-Patient sich irgendwann auch an ihm gut bekannten Orten nicht mehr zurechtfinden.

Wenn ein Alzheimer-Patient tatsächlich vermisst wird, sollte er leicht identifiziert werden können. Ein Notfallausweis mit Namen, Adresse und Telefonnummer kann hierzu beitragen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) möchte Kinder dazu anregen, Notfallausweise für Alzheimer-Patienten zu basteln. Diese können bei Erkrankten im familiären Umfeld helfen oder auch Senioreneinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Die Vorlagen für die Notfallausweise gibt es zum Ausdrucken auf der AFI-Kinderseite AFi-KiDS.de.

Altersgerechte Alzheimer-Aufklärung im Comic-Stil für Kinder


AFi-KiDS.de – das bedeutet altersgerechte Alzheimer-Aufklärung im Comic-Stil für Kinder ab fünf Jahren. Gerade für die ganz junge Generation sind die Symptome der Erkrankung oft nur schwer nachzuvollziehen. Hier möchte die AFI Abhilfe schaffen. AFi-KiDS erklärt im Comic-Stil wie das Gehirn funktioniert, wie Neues gelernt wird und was bei der Alzheimer-Krankheit passiert.

Dank zahlreicher privater Spender konnte die AFI bisher insgesamt 164 Forschungsaktivitäten  mit über 7 Millionen Euro unterstützen. Zusätzlich konnten 700.000 kostenlose Ratgeber und Broschüren an Interessierte und Betroffene versendet werden.


Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 164 Forschungsaktivitäten mit über 7 Millionen Euro unterstützen und 700.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel, die Schirmherrschaft anlässlich des 20-jährigen Bestehens der AFI hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel übernommen.