Mittwoch, 13. Mai 2015

Online-Beratung für pflegende Angehörige

Weitere Krankenkasse bietet Online-Beratung für Pflegende



Mit der Handelskrankenkasse (hkk) ermöglichen jetzt insgesamt vier Anbieter ihren Versicherten eine Beratung pflegender Angehöriger via Internet. Das Portal www.pflegen-und-leben.de bieteteine kostenlose, anonyme und datensichere Hilfe und Begleitung bei seelischen Belastungen in der Pflege von Angehörigen. Schon seit April 2014 können die Versicherten der drei größten deutschen Pflegekassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER GEK und DAK-Gesundheit dieses Angebot nutzen.

Das Portal www.pflegen-und-leben.de soll den Umgang mit schwierigen Situationen in der alltäglichen Pflege erleichtern. So gibt es Hinweise zu den häufigsten seelischen Belastungen im Pflegealltag. Tipps, wie pflegende Angehörige sich die Kraft und Energie für ihren Alltag erhalten können, werden ergänzt durch entspannende Übungen zum Anhören. Darüber hinaus können die Angehörigen von Pflegebedürftigen direkt Rat bei besonders geschulten Psychologinnen und Psychologen suchen. In einem schriftlichen Austausch helfen die Experten, einen angemessenen Umgang mit belastenden Situationen zu finden.

Wer das neue Angebot nutzen möchte, gelangt auch über die Internetseiten seiner Kranken- bzw. Pflegekasse auf das Portal. Dort genügt es, ein Postfach einzurichten. Wann immer es zeitlich passt, können die Ratsuchenden ihre Sorgen und Nöte beschreiben. Allein die Chance, belastende Dinge aufzuschreiben statt sie aussprechen zu müssen, sei für viele Menschen sehr erleichternd, so die Macher des Portals von der gemeinnützigen Berliner Catania GmbH. Wer möchte, kann sich bis zu einem halben Jahr persönlich beraten lassen. Die Antworten der Psychologinnen und Psychologen kommen innerhalb weniger Werktage. Die TK, die BARMER GEK, die DAK-Gesundheit und die Handelskrankenkasse versichern insgesamt knapp 25 Millionen Menschen.

Montag, 11. Mai 2015

Die Gesetze zur Pflege sind kompliziert und unübersichtlich

Ohne Beratung lassen sich die Vorteile der Pflegereform kaum ausschöpfen



Mit Beginn dieses Jahres ist die Pflegereform in Kraft getreten, die pflegenden Angehörigen etwas mehr Geld und mehr Möglichkeiten bringt, sich zu erholen. 

„Pflegende Angehörige sind häufig hoch belastet und im Durchschnitt kränker als der Rest der Bevölkerung“, sagt die Sozialgerontologin Dr. Hanneli Döhner von „wir pflegen“, einem Interessenverband betreuender Familienmitglieder, in der „Apotheken Umschau“. 

Allerdings: Die Gesetze zur Pflege sind kompliziert und unübersichtlich: Verhinderungspflege, Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege, Pflegeschulungen zu Hause, unterschiedlichste Erstattungsbeträge -   Angehörige sollten sich direkt an ihre Pflegekasse wenden und klären, was für sie in Frage kommt. 

Auskunft erteilen auch Berater von kommunalen Stellen, Verbraucherzentralen, die Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte.  

Quelle: Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau

Tipp der Redaktion Pflegeratgeber:

Eine Übersicht aller Pflegestützpunkte in Deutschland finden Sie hier:

Auf einen Blick: Pflegestützpunkte in Deutschland

Samstag, 9. Mai 2015

Alzheimer verändert auch die Persönlichkeit

Allmählich ein anderer


Wenn ein selbstbewusster, ausgeglichener Mensch im höheren Lebensalter auffallend launisch, gleichgültig oder streitbar wird, kann das alle möglichen Ursachen haben. Eine davon ist eine beginnende Alzheimer-Demenz. Die Alzheimererkrankung beginnt schleichend. Im frühen Stadium bemerken oftmals nur die Betroffenen selbst, dass mit ihnen etwas nicht stimmt: Sie vergessen die Namen ihrer Nachbarn, verlegen den Wohnungsschlüssel oder haben Schwierigkeiten, Wechselgeld nachzuzählen. Angehörige nehmen diese kleineren geistigen Defizite nicht immer wahr.
Daher sollten sie aufmerksam werden, wenn sich ein älteres Familienmitglied in seinem Wesen verändert. „Vor allem im frühen Stadium der Erkrankung schämen sich viele Alzheimerkranke ihrer Unzulänglichkeit und versuchen, sie vor anderen zu verbergen. Darum verhalten sie sich in den Augen ihrer Angehörigen oftmals merkwürdig", so Professor Giso Deussen, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga e.V.

Notiert: Milch - Kühlschrank


Um ihre nachlassende Hirnleistung zu vertuschen, behelfen sich viele Menschen im Frühstadium der Erkrankung mit Notizen. Bei Personen, die schon immer mit Merklisten gearbeitet haben, fällt das zunächst nicht auf. Bedenklich wird es aber, wenn Selbstverständlichkeiten notiert werden, wie beispielsweise „Milch: Kühlschrank". 
Zieht sich ein Familienmitglied mehr und mehr zurück, kann das ebenfalls ein Warnsignal sein: Alzheimerkranken fällt es mit der Zeit immer schwerer, die richtigen Worte zu finden. Wer früher unterhaltsame Anekdoten zum Besten geben konnte, sitzt nun scheinbar teilnahmslos dabei oder flüchtet sich in Worthülsen. 
Viele Betroffene beginnen irgendwann, Schwerhörigkeit oder Unwohlsein vorzutäuschen, anstatt sich durch unpassende Antworten zu blamieren. „Das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Denken und Handeln zu verlieren, ist frustrierend und macht Angst", erklärt Deussen. „So ist es kein Wunder, dass selbst ein ausgeglichener Charakter unwirsch oder aggressiv reagiert, wenn er immer wieder mit seiner Unzulänglichkeit konfrontiert wird."

Zwei Fliegen mit einer Klappe


Die frühzeitige Diagnose der Alzheimererkrankung ist zwar zunächst ein Schock, bietet aber entscheidende Vorteile, weiß Deussen: „Angehörige können das veränderte Verhalten der betroffenen Person besser einordnen und feinfühliger reagieren." 
Außerdem sind die Behandlungschancen im frühen Krankheitsstadium am besten. Heilung gibt es zwar nach dem heutigen Forschungsstand noch nicht. Eine Therapie mit speziellen Alzheimermedikamenten kann aber das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und die Symptome gezielt lindern. „Wenn das Gedächtnis nicht so schnell abbaut und alltägliche Bewegungsabläufe besser klappen, sind die Patienten meist zufriedener. So manch unliebsames Verhalten verschwindet dann von allein", bemerkt Deussen.

Kostenloser Leitfaden "Alzheimer erkennen"


Über Symptome, Diagnostik und Behandlung der Alzheimererkrankung informiert der Leitfaden „Alzheimer erkennen". 
Er ist kostenlos und kann postalisch, im Internet oder telefonisch bestellt werden: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn, www.dsl-alzheimer.de. Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).